Spielend lernen #43: Spieltipps

Sophia

Das menschliche Gehirn ist ein wahres Wunderwerk der Natur. Warum können wir uns manche Dinge merken und manche sind wie gelöscht? Warum erinnern wir uns nicht an unsere ersten Lebensjahre, obwohl dort so viel passiert? Spielend lernen verrät Dir, was bei Deinem Kind gerade geschieht und wie Du es mit kreativen Spielen begleiten kannst.

Auch das Gedächtnis fängt klein an

baby_denkenIn den ersten drei Jahren kann Dein Kleines Erlebtes noch nicht so speichern und abrufen, wie das ein Erwachsener tut.  Das kommt daher, dass zunächst die Gehirnareale funktionieren, die direkt mit der Außenwelt verbunden sind. So spürt Dein Baby zum Beispiel, dass Du es streichelst oder es weiß, dass durch Trinken an der Brust sein Hunger gestillt wird. Jedoch findet keine gedankliche Auseinandersetzung mit dem Erlebten statt. Daher ist bei den meisten Menschen die Erinnerung erst ab dem dritten Lebensjahr vorhanden und bis zum sechsten Lebensjahr noch sehr bruchstückhaft.

Die drei Pfeiler des Gedächtnisses

Grundsätzlich hängt das Erinnerungsvermögen laut Experten von drei Faktoren ab: der Sprache, der Hirnreifung und der Ich-Entwicklung.

So beginnt Dein kleiner Schatz sich erst dann an Dinge zu erinnern, wenn es Erlebtes in Worte fassen kann. Denn das Gehirn muss sich erstmal entwickeln wie alle anderen Körperfunktionen auch. Erst mit drei Jahren ist das Gedächtnis Deines Kleinkindes so ausgereift, dass es autobiografische, also persönliche Erinnerungen, speichern kann. Letzlich ist es auch für den Entwicklungsprozesses des Gehirns wichtig, ob Dein Kind weiß, dass es ein eigenständiges Wesen ist. Dadurch kann es sich in der Welt verorten und sowohl zu seiner sozialen Umwelt, als auch zum zeitlichen Empfinden eine Relation aufbauen. Erst, wenn Dein Kind begreift, was Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart bedeutet, kann es sich aktiv erinnern.

Spieltipp Nr. 1 „Memory“

Imemory2hr benötigt:

  • Karton oder dicke Pappe
  • (einfache) bunte Bilder oder Fotos
  • Schere
  • Kleber
  • Lineal

Memory ist der Klassiker unter den Gedächtnisspielen. Je komplizierter die Symbole sind, desto schwieriger ist es, sich diese einzuprägen. Daher ist es für das erste Memoryspiel Deines Kindes wichtig, dass sich deutlich voneinander unterscheidbare Symbole auf den einzelnen Kärtchen befinden. Memorys gibt es im Handel für jedes Alter, aber man kann sich dieses Spiel auch ganz leicht selbst basteln. Wir zeigen Dir wie es geht:

Schneide dazu maximal zwölf Quadrate aus Karton aus. Je dicker der Karton, desto griffiger sind die Spielkarten später. Beklebe die Quadrate mit ausgedruckten Bildern oder Fotos. Aber auch einfarbige bunte Flächen sind möglich. Motive, die Deinem Kind bekannt sind, machen das Spiel am Anfang leichter. Scanne dafür zum Beispiel Bilder und Figuren aus dem Lieblingsbüchern Deines Kindes ein.

Wie es sich fürs Memory gehört, beklebst Du jeweils zwei Karten mit dem gleichen Motiv. Wer mag, kann das Ganze auch noch mit Folie überziehen, doch das muss nicht unbedingt sein.

Und dann kann es losgehen! Lege alle Karten auf den Tisch und erkläre Deinem Kind, dass es immer zwei gleiche Pärchen finden muss. Das ist gar nicht so leicht! Daher kannst Du zunächst mit Deinem Schatz gemeinsam suchen und erst später gegeneinander spielen. Lass Dein Kleines auch bei Bedarf ganz viele Karten aufdecken. Denn Regeln, gewinnen und verlieren ist jetzt nicht wichtig.

Variante: Fühl-Memory

MaterialWas Du dazu benötigst:

  • Karton oder starke Pappe
  • Schere
  • Lineal
  • Kleber
  • Verschiedene Papiere, Stoffe, etc. mit unterschiedlicher Oberflächenstruktur

Da Memory jeder kennt, gibt es unzählige Möglichkeiten für dieses Spiel. Wir möchten Dir eine Variante vorstellen, die viele Sinne Deines Kindes gleichzeitig beansprucht und fördert: die Fühl-Variante. Dazu beklebst Du die Karten nicht mit Bildern, sondern mit Materialien unterschiedlicher Haptik. Das bedeutet, zwei Karten beklebst du mit weichem Flanellstoff, zwei mit Alufolie, zwei mit Wellpappe und zwei mit Moosgummi. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Beim Spiel kommt es jetzt darauf an, sich eine Karte durch Fühlen der Oberfläche einzuprägen. Denn wie wir jetzt wissen: Je mehr Sinne angesprochen werden, desto leichter kann sich Dein Kind etwas einprägen.

Spieltipp Nr. 2 „Kinderlieder“

Ihr benötigt:

  • Kinderlieder, die Dein Kind gut kennt

Auch, wenn sich das Gedächtnis Deines Kleinkindes noch in der Entwicklung befindet, kann es bereits Kinderlieder mitsingen. Daraus kannst Du ein lustiges Spiel machen: Singe mit Deinem Schatz ein Lied und lasse das letzte Wort weg. Dein Liebling darf die Zeile vervollständigen, was eine echte Herausforderung ist.

Zum Beispiel singst Du mit Deinem Kind „Alle meine Entchen schwimmen auf dem …(Pause) See! Schwimmen auf dem …(Pause) See! Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die …(Pause) Höh`!“

Der zusätzliche Lerneffekt bei diesem Spiel hält der Rhythmus für Dein Kind bereit. Denn rhythmische Melodien regen verstärkt das Gedächtnis an und fördern somit gleichzeiti auch die Erinnerungsfähigkeit.

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Spieltipp Nr. 3 „Bilderkette“

Cute baby is playing with educational cardsIhr benötigt:

  • Verschiedene Bildermotive
  • Tesa
  • Schere

Dieses Spiel ähnelt dem Memoryspiel, ist jedoch etwas leichter und für die kleinen Spätzünder gedacht. Für die Bilderkette klebst du bunte, einfach Motive mit Tesa aneinander. Schließlich schneidest Du die Reihe wieder auseinander, jedoch immer in der Mitte eines Bildes.

Und das Spiel geht so:

Lege alle Spielkärtchen mit dem Bild nach oben sichtbar auf den Tisch. Beginne mit einem Bild. Dort sind jeweils zwei halbe Bilder abgebildet. Suche gemeinsam mit Deinem Kleinen die zweite Hälfte. Dann wieder die zweie Hälfte des nächsten Bildes. Am Ende entsteht eine riesige lange Reihe!

Tipp: Hier empfehlen sich Motive, die entweder symmetrisch, wie zum Beispiel eine Blume, oder im Profil abgebildet sind, zum Beispiel ein Elefant von der Seite. So ist es leichter die zweite Hälfte zu finden und Dein Kind wird große Freude an dem Spiel haben.

Das Wichtigeste für Dich zusammengefasst

  • Das Gedächtnis entwickelt sich in den ersten drei bis vier Lebensjahren.
  • Die Spracheermöglicht Deinem Kind, das Erlebte in Worte zu fassen. Je besser es sprechen lernt, desto größer ist die Erinnerungsleistung.
  • Mit Bilderspielen regst Du die Erinnerungsfähigkeit Deines Kindes an.
  • Mit rhythmischer Musik und bekannten Reimen kannst Du die Erinnerungsleistung Deines Kindes auf den Höhepunkt bringen.
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