Spielend lernen #7: Dein Baby lernt sprechen

Nadine Bäsig

Bis jetzt spricht Dein Baby in Lauten mit dir. Doch aus „da“ wird auf einmal „da-da“? Dein Baby lernt jetzt Sprechen! Jeden Tag hört Dein kleiner Schatz unzählige Wörter, und versucht sie nachzuahmen. Vielleicht sagt es bald Ma-ma oder doch erst Pa-pa?

 

Erste Gespräche? Man kann nicht, nicht kommunizieren

 

Dein Baby brabbelt munter vor sich hin – was es Dir wohl sagen will? Sicher ist, dass Dein kleiner Schatz schon mehr versteht als Du denkst.

telephone-small.jpgIn den ersten sechs Monaten Deines Babys hatten Wörter und Sätze noch keine Bedeutung. Vielmehr war es die Art und Weise WIE Du mit Deinem Baby gesprochen hast. Also der Tonfall und die Tonlage waren wichtig. Dein Baby spürt und versteht den Gefühlsausdruck in Deiner Stimme und reagiert darauf. Hast Du vielleicht schon einmal in der Anwesenheit Deines Babys mit dem älteren Geschwisterkind geschimpft oder eventuell mit Deinem Partner aufgeregt diskutiert? Wenn Du darüber nachdenkst, fällt Dir vielleicht auch die Reaktion Deines Babys wieder ein: hat es angefangen zu weinen, wurde es vielleicht ganz still oder ist es sogar eingeschlafen? Das alles waren Wege und Möglichkeiten Deines kleinen Schatzes zu kommunizieren. Jede Reaktion ist auch Kommunikation. Erste Gespräche haben aber schon viel viel früher begonnen – bereits im Bauch habt Ihr miteinander kommuniziert.

Guter Zuhörer

 

Baby_lacht_ZungeMit ungefähr sechs Monaten hat Dein Baby angefangen, bestimmte Wörter zu verstehen. Wenn Du es bei seinem Namen genannt hast, hat es vermutlich einen Moment Pause gemacht. Wanderte der Blick Deines Kindes zur besagten Person, wenn Du Papa oder den Namen des Geschwisterkindes genannt hast? Wenn Du Wörter wie „essen“, „baden“, „spazieren gehen“, „Schnuller“ erwähnt hast, dann wusste Dein kleiner Liebling sofort um was es ging? Hat Dein Baby darauf mit freudigem Strampeln oder Quietschen reagiert? Durch Zuhören lernt Dein Kleines die Sprache kennen. Es gibt so viele verschiedene Wörter! Aber es nimmt auch die Sprachmelodie und Pausen beim Sprechen wahr. Dein Baby erkennt zum Beispiel den Unterschied zwischen italienisch und deutsch, denn das hört sich einfach ganz anders an!

Je mehr Dein Baby zuhören darf, desto mehr lernt es. Lies Deinem Baby vor, singe mit ihm oder spiele Klatschspiele. Auch Musik schult das Gefühl für Rhythmus und unsere Sprache besteht aus Rhythmus. Klatschen und Singen hilft Deinem Baby nicht nur beim Sprechen lernen, sondern macht auch noch riesigen Spaß! Und wie könnte man besser lernen? Babys lernen durch Spielen, auch ihre ersten Wörter. Da Dein Baby bereits in der Lage ist, die Hände vor dem Körper zusammen zu führen, bieten sich Klatschspiele prima an.

Baby, jetzt bist Du dran

 

Baby isolated on a white backgroundJetzt mit acht Monaten (fast neun) ist nun Dein Baby an der Reihe – erste Gespräche, im verbalen Sinne, finden nun statt. Babbelt Dein Baby schon seit geraumer Zeit munter vor sich hin? Langsam beginnt es Silbenketten wie „ta-ta“, „ma-ma“, „da-da“, „ba-ba“ zu bilden? Dann hast Du bestimmt auch schon ein ganz deutliches „Mama“ verstanden 😉 und es war einer der schönsten Momente in Deinem Leben?! Wartest Du schon auf diesen Moment, seit Dein kleiner Schatz auf der Welt ist? Falls das erste Wort aber nicht „Mama“ ist, sei bitte nicht traurig. Es bedeutet nicht, dass Dein kleiner Liebling Dich nicht liebt. Vielmehr kommt es darauf an, welche Laute Dein Baby zuerst bilden kann. So ist es möglich, dass zuerst ein „Papa“ aus dem kleinen Mund kommt. Am Anfang benutzt Dein Baby diese Worte eher zufällig. Nach kurzer Zeit werden die Namen dann gezielt angewendet. Wenn Dein Baby noch nicht Mama oder Papa sagt, musst Du Dir überhaupt keine Sorgen machen. Kein Baby ist wie das Andere. Die Einen setzten Mama und Papa bereits mit neun Monaten gezielt ein, die Anderen erst mit zwölf Monaten. Besonders Jungen lassen sich Zeit – hier kann es sein, dass der junge Mann sich erst mit 15 bis 20 Monaten dazu bequemt, die Eltern beim Namen zu rufen.

Starke Geste

Wha, wha, what!!??Dein Baby ahmt jetzt aber nicht nur Laute nach. Es ist auch fasziniert von Deinem Gesicht und da insbesondere von Deinem Mund. Der Mund bewegt sich und es kommen Laute hervor. Betastet Dein Baby auch Deinen Mund wenn Du redest? So versucht es das Sprechen, im wahrsten Sinne des Wortes, zu „be-greifen“.  Auch Mimik und Gestik sind nun enorm interessant und wichtig. Lege oder setzt Dein Baby so vor Dich hin, dass es Dein Gesicht gut sehen kann. Nun forme ein „O“ mit Deinen Lippen. Das wiederholst Du immer wieder. Du wirst sehen, dass Dein Baby nach kurzer Zeit ebenfalls versuchen wird Dich nach zu ahmen.

Auch nonverbale Kommunikation muss Dein Baby erst lernen. Dich verstehen und sich selbst auszudrücken, lernt Dein kleiner Schatz nicht nur durch Zuhören sondern auch durch Zusehen. Wenn Du Deinem Baby vorliest, achte darauf, dass es Dein Gesicht sehen kann. Dein Baby liebt es, Dich zu beobachten und Deine Gesichtsausdrücke zu erforschen.

Wusstest Du schon, …

Symbol_Wusstest Du…dass Dein Baby bereits mit vier Monaten fast alle Laute der menschlichen Sprache unterscheiden konnte? Durch Zuhören werden Bestandteile der Sprache erworben. Wenn Du Deinem Baby also viel vorliest und vieles kommentierst was Du machst, entdeckt es eine Struktur in der Sprache. Gute Situationen zum Kommentieren sind z.B. beim Windel wechseln, beim Gesicht waschen, beim Baden, beim Anziehen, etc.. Eigentlich immer, wenn Du Dich mit Deinem Baby beschäftigst.

Auch die Mimik Deines Babys wird immer ausgeprägter. Es vermittelt mit seinem Gesicht und seinem Körper Botschaften. Die können sich ganz nach Situation unterscheiden. Wirft Dein Kleines ein Spielzeug auf den Boden und lacht begeistert? Das bedeutet, ich will spielen! Das Spielzeug landet mit unzufriedenem Blick auf dem Boden? Das sagt Dir, das gefällt mir nicht, das will ich nicht.

Hilf Deinem Baby, seine Emotionen zu verstehen. Benenne was Du erkennst, dann fühlt sich Dein Baby verstanden: „Bist du traurig?“ „Muss mein kleiner Schatz weinen?“ Mit solchen Ansprachen kann Du Dein Baby auf seiner Entdeckungsreise zu sich selbst.

Einmal Du, einmal ich

 

Miteinander reden bedeutet auch, dem anderen zuhören. Einmal rede ich, dann Du.

Mama-und-Baby-auf-Boden-IMG_0056_1-300x200Das muss Dein Baby lernen. Dabei helfen dem kleinen Schatz Spiele, bei denen man sich abwechselt. Wenn Du zum Beispiel einen Ball zwischen Dir und Deinem Baby hin und her rollst, muss Dein Baby warten, bis es an der Reihe ist. Hilf ihm, indem Du es mit „Jetzt bist Du dran!“ ermutigst. So übt Dein Baby, Geduld zu haben und abzuwarten, eine wichtige Fähigkeit für die ersten Gespräche.

 

Wie kannst Du Dein Baby unterstützen?

 

Das Wichtigste was Du Deinem Baby vermitteln kannst, ist das Erleben der gesprochenen Sprache. Du fragst Dich jetzt was das bedeutet bzw. wie das gehen soll? Stell Dir vor, Du bist der Kommentator in einem Fußballspiel. Erkläre genau was gerade geschieht. Alles was Du ansprichst sollte Dein Baby hören, sehen und wenn möglich auch fühlen. Denn erst durch das Fühlen kann es Dein Kleines begreifen.

 

Aufforderung MitmachenBabbelt Dein Baby den ganzen Tag? „Unterhält“ es sich mit seinem Lieblingsschmusetier oder vielleicht mit seinem Geschwisterchen? Wir wollen es sehen! Schick uns Deine Bilder und Videos und füllt unseren Kurzfragebogen aus! Wir freuen uns auf Dein Feedback ! 

 

Das Wichtigste für Dich zusammengefasst

  • Dein Baby beginnt, sich für Gespräche zwischen Familienmitgliedern zu interessieren
  • Dein Baby eignet sich Laute der Umgangssprache an und ahmt die Sprachmelodien nach
  • aus Kettenlauten entwickeln sich erste Wörter wie Mama, Papa. Zu Beginn eher zufällig, dann auch personenbezogen
  • bald verwendet Dein Baby Gesten z.B. Kopfschütteln, wenn es etwas nicht möchte oder Winken beim Gehen