Spielend lernen #9: Spieltipp

Natalie Bolte

Wir haben Dich im Wissensteil in die spannende „Welt der Kategorien“ Deines Babys eintauchen lassen. Jetzt möchten wir Dir zeigen, wie Du Deinen kleinen Ursachenforscher bei dieser anstrengenden Entwicklungsphase spielend unterstützen kannst.

 

Mit allen Sinnen entdecken und erfahren

 

Wenn Dein Kind eine neue Kategorie oder den Zusammenhang von Licht und Drücken des Lichtschalters lernt, dann baut dieses Wissen auf langsam gesammelten Erfahrungen auf. Wie bei einem Turm aus Bauklötzen wird ein Stein auf den Nächsten gestellt, um zum Schluss ein festes Gerüst zu erhalten, dass die Lebenswelt Deines Babys entschlüsseln kann. Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Tasten – all diese Sinne helfen dabei, den Turm aufzubauen. Ein wichtiges Element darf dabei natürlich nicht fehlen: die kindliche Neugier, als Motor für den großen Entdeckerdrang.

Dein kleiner Entdecker braucht Freiraum

 

dirty baby

Ob schwer oder leicht, hoch oder tief, leise oder laut, weich oder hart, hell oder dunkel, warm oder kalt – diese kleine Auswahl an neuen Erfahrungen, helfen Deinem Kind bei der Bildung von Kategorien und Zusammenhängen. Sie zu erfahren und zu erleben ist enorm wichtig in der aktuellen Entwicklungsphase. Daher gilt: Verschaff Deinem kleinen Entdecker Platz, damit er auf Entdeckungsreise gehen kann und all diese Erfahrungen selber machen kann. Natürlich aber nur in einer kindersicheren Umgebung. Daher immer daran denken: Niemals das Kleine unbeaufsichtigt lassen, denn es findet immer einen gefährlichen Gegenstand oder Schlupfloch den Mama oder Papa vergessen haben.

 

Die Würfel fallen in Sachen ‚Persönlichkeit‘

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Das Erforschen dieser „neuen Welt“ führt dazu, dass sich Dein Kind zwischen der 37. und 42. Woche für Fertigkeiten interessieren und sich auf diese festlegen wird, die seine Persönlichkeit in großem Maße ausmachen werden. Wichtig ist, dass dieser Vorgang völlig unbeeinflusst von statten geht, denn so erkennst Du, was Dein Kind einzigartig macht. Mit diesem Wissen hast Du es dann viel leichter, es beim Spielen und Lernen zu unterstützen.

 

Wie Du mit Kosmetiktüchern das Erlernen von Ursache und Wirkung förderst

 

Infant with napkins.

Zugegeben ein bisschen verschwenderisch wird es jetzt schon, aber es ist für den guten Zweck, dass Dein kleiner Schatz nicht nur Spaß hat, sondern dabei noch eine Menge lernt.

Für unsere Spieltipps benötigst Du:

  • Ein Packung Kosmetiktücher in der praktischen Tuch- an- Tuch- Box
  • Tischtennisbälle (mindestens 2)
  • Irgendeine Art Band (z. B. Wolle oder Geschenkband)
  • Einen (Filz)Stift

Dieser Spieltipp gliedert sich in mehrere Teile, so dass Dein kleiner Entdecker gleich drei Mal Spaß hat.

1. Teil – Tücher aus der Kiste

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Zeige Deinem Kind, wie man ein Tuch herauszieht und animiere es, Dir nachzueifern. Zuerst wird es erstaunt sein, woher die vielen Tücher kommen. Aber nach einer kurzen Zeit wird es selber loslegen und sehr viel Spaß daran haben, alle Tücher der Reihe nach aus der Kiste zu ziehen. Und das Tolle für Deinen kleinen Schatz: die Kiste scheint nicht leer zu werden. Zeige auch, dass man die Tücher hochwerfen kann und dass sie langsam zu Boden fallen. Das federleichte Fliegen fasziniert Dein Kind.

Mit dieser spannenden Aufgabe förderst Du dein Kind in folgenden Bereichen:

  • Dein kleiner Entdecker lernt, dass das Ziehen an einem Tuch zur Folge hat, dass das Papiertüchlein aus der Kiste kommt. So lernt es den Zusammenhang von Ziehen und anschließend in den Händen halten. Und das nahezu 100 Mal hintereinander.
  • Durch das Herausziehen der Tücher wird zusätzlich die Hand-Augen- Koordination trainiert.
  • Der Tastsinn bekommt auch etwas zu tun, da er die weiche Beschaffenheit der Tücher aufspüren muss.
  • Auch die Augen sind gefragt, weil sie das ungewöhnlich schwerelose „Fliegen und Herunterfallen“ der Tücher aufs Genauste beobachten.
  • Natürlich wird Dein Kind auch ein paar Tücher in Stücke reißen, was ihn den Zusammenhang von seiner Handlung und der Auswirkung begreifen lässt.

 

2. Teil – „Geister- Tischtennisbälle“

Gib Deinem Schatz zuerst einen der Tischtennisbälle in die Hand, so dass er entdecken kann, welche Form, welches Gewicht und Struktur er hat.

Im Anschluss legst Du zwei Kosmetiktücher so übereinander, dass die Ecken des zweiten Tuches an den geraden Seiten des ersten Tuches überlappen. In der Mitte positionierst Du dann den Tennisball, greifst ihn mit einer Hand und mit der anderen Hand fasst Du beide Tücher knapp unter dem Ball so zusammen, dass Du sie mit einem Band verschließen kannst. Abschließend malst Du mit einem Filzstift ein lustiges Gesicht auf den umhüllten Ball.

Dein Kind wird das Ganze bestimmt mit Spannung verfolgt haben. Nun kannst Du den kleinen Geist durchs Zimmer werfen und Dein kleiner Geisterjäger wird erstmal verwundert über die ungewöhnliche Form und das Flugverhalten sein. Wiederhole Deine Würfe und Dein Kind wird im Nu herausfinden, dass ein Wurf zum Fliegen des Geistes führt. Natürlich ist dann Dein Kind an der Reihe, mit dem Geist zu werfen. Dafür kannst du es gut gesichert an eine höher gelegene Stelle, wie der Couch oder auf einen Hochstuhl setzen und ihn das fröhliche Gespenst werfen lassen. Sein großer Spaß wird garantiert sein.

 

Tipp!

wusstestdu

Um die Aufmerksamkeitsspanne Deines Kindes nicht zu strapazieren, empfiehlt es sich nur einen Geist gemeinsam zu basteln. Weitere könntest Du im Vorfeld, allein, vorbereiten.

3. Teil-  Tücher, wirklich am laufenden Band!

Young girl on beach with kite smiling

Für dieses kleine Spiel solltest Du zur Vorbereitung einen Zeitpunkt abpassen, wo Du nicht unter Beobachtung Deines „Kosmetiktücher-Jongleurs“ stehst.

Nimm Dir 5-6 von den Kosmetiktüchern und binde sie in gleichem Abstand so zusammen, wie Du es bestimmt schon mal am Schweif eines Lenkdrachens gesehen hast; einfach in der Mitte des Tuches einen Knoten machen und dann mit den anderen Tüchern auch so verfahren.

Nach dem letzten Tuch lässt Du noch soviel vom Band übrig, dass das folgende Spielchen ohne Probleme funktioniert:

Lege dieses „Schleifen-Band“ auf einen Tisch Deiner Wahl. Dann setzt Du Dich möglichst unauffällig unter den Tisch, damit du ungesehen an dem Band ziehen kannst und der Drachenschwanz sich über den Tisch bewegt.

Ziel ist es, dass Dein Sprössling nicht nur begeistert beobachtet, sondern auch vielleicht auf die Idee kommt, unter den Tisch zu greifen, weil es den Zusammenhang zwischen dem, was es sieht und wie es zu dieser Bewegung kommt, herausgefunden hat. Natürlich muss dieses Verstehen nicht direkt beim aller ersten Mal zu Tage treten.

Um die Ursache und Wirkung von Ziehen und Bewegung des Drachenschwanzes noch besser zu verstehen, überlass Deinem Kind im Anschluss auch mal das Ziehen. Es wird große Freude daran haben, herauszufinden, was seine Handlung bewirkt.

Wir wünschen Dir und Deinem Sonnenschein ganz viel Spaß beim Ausprobieren!

Tipp!

wusstestdu

Mit den heutigen Spieltipps hast Du ja so einiges zu basteln an die Hand bekommen. Es macht natürlich Sinn, nicht alles auf ein Mal auszuprobieren, da dann die große Gefahr besteht, Dein Kind zu überfordern. Aber so hast Du schon ein wenig „Vorrat“ für die nächsten Tag 😎

 

 Auf den Punkt gebracht

 

  • Kategorien, in all ihren Ausprägungen, haben Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns Deines Kindes und füllen den „Speicher“ enorm an.
  • Vorlieben und Interessen  Deines Kindes bilden sich heraus und bestimmen einen großen Teil seiner Persönlichkeit.
  • Der spielerische Umgang mit den Kosmetiktüchern schult eine Vielzahl an kognitiven und physischen Fähigkeiten. Darunter den Tastsinn, das Sehen oder kausale Zusammenhänge herauszufinden.
  • Die kleinen Tischtennisball-Geister eignen sich nicht nur toll zum Werfen, sondern auch dazu, dass Dein Kind erfährt, was ein Wurf auslösen kann. In unserem Falle schwebt der Geist fast schwerelos durch die Lüfte.
  • Das Schleifenband bewegt sich nicht wie von Geisterhand, sondern dahinter steckt ein konkretes Vorgehen, welches Dein Kind erkennen und verstehen kann.

 

Grafik

 

 

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