Stiftung Warentest testet Babymilch – diese Anfangsmilch ist mangelhaft

Felix Buck

Im Juni 2016 hat die Stiftung Warentest 15 Baby-Anfangsmilch-Produkte im Labor auf wichtige Nährstoffe und mögliche Schadstoffe überprüft. Dabei fiel das Produkt eines Drogeriemarkts wegen wahrscheinlich krebserregender Rückstände als mangelhaft durch. Alle Ergebnisse in der Übersicht.

Unabhängig von den Bewertungen der einzelnen Babymilch-Produkte stellen die Tester klar, dass Muttermilch immer noch die beste Ernährung für Säuglinge und kleine Babys bietet. Da es aber genügend Gründe für junge Mütter geben kann, dass sie ihre Kleinen nicht (ausschließlich) stillen können oder wollen, muss eben nicht selten zu so genannter Anfangsmilch aus Milchpulver gegriffen werden. Im Test der Stiftung Warentest wurden ingesamt 15 Produkte dieser Ersatznahrung überprüft, darunter elf Produkte der Kategorie Premilch und viermal hypoallergene Anfangsnahrung für allergiegefährdete Babys – auch als Pre HA bezeichnet.

Ein Produkt fällt durch, acht überzeugen

Erfreulicherweise erfüllten alle getesteten Produkte die ernährungsphysiologischen Vorgaben der deutschen Diätverordnung. Das heißt, sie enthalten ohne Ausnahme alle wichtigen Inhaltsstoffe, die nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand für eine gesunde Entwicklung von Babys notwendig sind. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass keinerlei krankmachende Keime gefunden wurden.

Die vordersten Plätze sicherten sich der Testsieger Milasan Pre Anfangsmilch, die Beba Pro Pre sowie die Premilch-Produkte von Aptamil, Humana und Bebivita. Diese erhielten ebenso die Bewertung „gut“ wie drei weitere Produkte, darunter auch die hypoallergene Anfangsnahrung von Bebivita und Beba.

Allerdings gab es mit der Premilch des Drogeriemarkts Rossmann, der Babydream Anfangsmilch Pre, auch einen klaren Verlierer dieses Tests. Hier wurde im Labor eine bedenkliche Menge von Glycidyl-Estern gefunden, die bei der Verdauung in das wahrscheinlich krebserregende Glycidol umgewandelt werden. Zwar gebe es derzeit noch keine gesetzlich geregelte Obergrenze für Glycidyl-Ester, so die Tester, jedoch ließe sich eine derartig hohe Konzentration in der Herstellung vermeiden.

Als nicht ganz so gefährlich werden so genannte 3-MCPD-Ester eingeschätzt. Da aber auch hier eine krebserregende Wirkung vermutet wird, wurden zwei weitere Premilch-Produkte, in denen eine vermeidbar hohe Menge dieser Stoffe gefunden wurde, ebenfalls abgewertet. Sie erhielten genauso die Bewertung „befriedigend“ wie zwei andere Produkte, in denen Chlorat nachgewiesen wurde. Gesetzliche Höchstmengen wurden dabei jedoch in keinem der Produkte überschritten.
Auch in je einem Produkt der HA-Nahrung wurden 3-MCPD-Ester bzw. Chlorat entdeckt, weshalb diese nur befriedigend abschnitten.

Projektleiter Jochen Wettach betont, dass keines der getesteten Produkte die hohe Wertigkeit der Muttermilch erreiche. Jedoch weist er darauf hin, „dass man auch in der Muttermilch Schad­stoffe finden kann, die sich im Körper anreichern können.“ Deren Konzentration sei aber in den vergangenen Jahren stetig gesunken.

Abschließend lässt sich festhalten, dass auch günstige Produkte im Test überzeugen konnten. Neben Testsieger Milasan Pre, die für durchschnittlich 4,95 Euro erhältlich ist, findet sich mit der Bebivita Pre für durchschnittlich nur 3,95 Euro ein weiteres Produkt aus dem unteren Preissegment auf den vorderen Plätzen wieder.

Alle Ergebnisse des Tests findest Du hier: Der Test auf der Seite der Stiftung Warentest