Studie zeigt: Mama wird man nicht in ein paar Wochen!

Eva Becker

Wenige Wochen nach der Geburt schon wieder fit, schlank, gut gelaunt und auf Wolke 7? Das ist das Bild, mit dem Normalo-Mamis konfrontiert werden, wenn sie über Promi-Mamis lesen. Eine Studie zeigt nun aber: Die meisten Mütter brauchen ein Jahr, um sich von der Geburt zu erholen.

Baby da, raus aus dem Krankenhaus, rein in die neue Mamarolle und dann bitte auch die Figur nicht vergessen. Nach drei Wochen sehen die meisten Promi-Mütter schon wieder aus wie „nie-schwanger-gewesen“ – da müsste eine „normale“ Mama das nach acht Wochen doch auch geschafft haben, oder?

Frischgebackene Mamis fühlen sich verunsichert durch die vielen Berichte über Film-Sternchen und andere Promi-Frauen, die sich nur zu gerne wenige Wochen nach der Geburt schon wieder strahlend und durchtrainiert zeigen. Dabei ist es nicht nur das Figurproblem, das viele normale Mamis umtreibt, sondern auch die Vorstellung, dass sich das Leben ganz schnell auf den Baby-Modus umstellt und heile Welt herrscht. Das tut es nämlich bei den meisten nicht – und das ist nicht nur so ein Gefühl, sondern auch durch eine Studie belegt.

Nicht ein paar Wochen – ein Jahr ist normal! 

Denn an der Salford Universität in England sind Wissenschaftler nun der Frage nachgegangen, wie lange Mamis eigentlich wirklich brauchen, um sich von der Geburt zu erholen. Und das sind nicht etwas sechs Wochen – so lange wie das Wochenbett – und auch nicht acht Wochen – so lange wie der Mutterschutz – sondern etwa ein Jahr lang. Die Wissenschaftler befragten Mütter zu verschiedenen Zeitpunkten im ersten Jahr und erfuhren so, dass sich viele Mamis direkt nach der Geburt zu sehr auf sich allein gestellt fühlten. Die wenigen Stunden, die die meisten nach der Entbindung auf der Wochenstation verbringen, reichen nicht aus, um sie mit dem Nötigsten vertraut zu machen. Schlafmangel, körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen und auch das häufige Alleinsein führen in der Folgezeit dazu, dass sich Mütter nicht in den „Baby-Flitterwochen“ fühlen.

Welche Lehren sollte man daraus ziehen? 

Junge Mütter sollten sich von der Studie ermutigt sehen, sich nicht zu verstecken oder zu schämen, wenn sie nicht so schnell in der Mama-Modus kommen, wie sie sich selbst erhofft haben. Denn auch wenn alle kleinen Baustellen auf den ersten Blick nicht so dramatisch erscheinen – die Summe an Schlafmangel, emotionaler Belastung und körperlicher Umstellung ist einfach heftig. Und ja, ein paar Tage Schlafmangel „überlebt“ jeder – aber wer mehrere Wochen hindurch nicht mehr richtig geschlafen hat, der kommt sich einfach wie ein Zombie vor. Bei Kommentaren  wie „Das habe ich auch alleine geschafft“ von Schwiegermüttern oder anderen Kandidaten bitte auf Durchzug stellen und sich von den Menschen Hilfe holen, bei denen Du Dich wohl und verstanden fühlst.