Unser Friedhof der Kuscheltiere

Eva Becker

Ein Kuscheltier – immer eine schöne Geschenkidee zur Geburt? Das dachten sich wohl viele in unserem Bekanntenkreis und schickten zu Dutzenden knopfäugige Bärchen, süße Hasen, putzige Elefanten und niedliche Mäuse. Jeder von ihnen meinte es nur gut. Aber mal ehrlich, was tut man mit 40 Kuscheltieren?

„Poldi kann ich nicht finden“, sagte ich zu meinem Sohn, nachdem wir seine Kuscheltiere für das Artikelfoto sorgsam auf seinem Bett platziert hatten. „Wer ist Poldi?“, fragte der Vierjährige und schaute mich ratlos an. Tja, das ist eine lange Geschichte. Die Kurzform: Poldi war das einzige Kuscheltier, das mein Mann und ich selber gekauft haben. Vor der Geburt, ein weicher Bär aus Bio-Baumwolle, auserwählt als DAS Kuscheltier, ohne das unser Kind niemals würde einschlafen können – so dachten wir.

Der Öko-Bär zog den Kürzeren

Gestatten, das ist Pold –das verschmähte Kuscheltier.

Gestatten, das ist Poldi – das verschmähte Kuscheltier.

Aber Poldi hatte nie ein Chance. Denn erstens neigen Neugeborene nicht dazu, sich mit Kuscheltieren zu beschäftigen. Und zweitens wurden Fabian zur Geburt so viele Kuscheltiere geschenkt, dass der arme, etwas blasse Öko-Bär in der Masse unterging. Als unser Sohn nämlich endlich Interesse an Plüschtieren zeigte, rissen Husky Hector, das Schaf Texel, der Hase mit der roten Nase und die Katze Bubibatz alle Aufmerksamkeit an sich. Sie sind auch bis heute die einzigen, die nachts in Fabians Bett mitschlafen. Poldi? – Verschwand irgendwann beleidigt in den Untiefen des großen Kinderzimmer-Kleiderschranks.

Viel Plüsch, wenig Begeisterung 

Aber auch der schöne, große Steiff-Bär – ignoriert! Der lustige grüne Hase mit den Schlappohren ­– höchstens freundlich belächelt. Der große bunte Hund, der sich in jeder „Dekoriere Babys Zimmer“-Bilderstrecke gut schlagen würde – niemals berührt. Nun ist es natürlich so, dass sich in den Kinderzimmern der westlichen Welt von allem Spielzeug zu viel tummelt. Aber um die Kuscheltiere tut es mir besonders leid. Erstens weil ich leider etwas melodramatisch veranlagt bin und doch tatsächlich manchmal den Eindruck habe, die Knopfaugen der Verschmähten würde mich traurig anschauen. Und zweitens, weil unsere lieben Gönner doch so viel Sinnvolleres für ihr Geld hätten schenken können.

Tausche Kuscheltiere gegen Nützliches 

Denn vieles, was wir am Anfang nur in einfacher oder zweifacher Ausstattung hatten, mussten wir rasch aufstocken. Wir kauften z. B. weitere Schlafsäcke, da unser Sohn zu den exzessiven Spuckkindern gehörte und mehrere Lagen Moltontücher durchnässte! Aus gleichem Grund musste ein Wechselbezug für das Stillkissen her! Schön und gut, denkst Du – aber auf solche Geschenkideen kommt doch keiner? Stimmt. Und: Ich kann doch keinem vorschreiben, was er mir schenken soll? Stimmt ebenfalls. Aber die Geschichte über die Kuscheltiere könnte Dich lehren, dass Du auf die Frage „Was könnt Ihr denn gebrauchen?“ niemals mit „Och, Du suchst bestimmt was Süßes aus“ oder „Wir haben eigentlich schon alles“ antworten solltest. Denn dann bekommt Ihr 40 Kuscheltiere. Garantiert!

Und: Leider ist nicht jedes Kuscheltier wirklich zum Kuscheln geeignet – das hat die Stiftung Warentest in einer aktuellen Untersuchung festgestellt. Welche Kuscheltiere dabei gut abgeschnitten haben, kannst Du hier nachlesen.

Auf der Suche nach einem ganz anderen Geburtsgeschenk? Wie wäre es, wenn Du selber Dir etwas wünschst? Wir haben tolle Ideen für Mama-Geschenke zusammengestellt.