Volle Windel – wie oft ist normal?

Marlen Greb

Wusstest Du, dass Dein Kind ca. 6000 Windeln braucht, ehe es trocken ist? Das ist wirklich eine Menge! Aber nicht immer ist der Windelinhalt gleich. Da macht sich Mama schon mal Sorgen und fragt sich vielleicht: Wie oft Stuhlgang ist beim Baby normal? Gibt es Unterschiede zwischen Still- und Flaschenkindern? Ab wann spricht man von Durchfall? Alles rund um dieses Thema erfährst Du hier.

Früher, als naive Nicht-Mama, habe ich immer gedacht, wenigstens die Sache mit der Windel sei definitiv etwas, worüber ich mir keine großen Gedanken machen muss – abgesehen natürlich vom Kauf der ca. 6000 Windeln! Baby nimmt Nahrung zu sich – Baby hat eine volle Windel – Windel wird gewechselt – fertig!

Das war der Plan. Aber so einfach ist es dann natürlich doch wieder nicht. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Gedanken man sich darüber machen kann, ob was in der Windel ist, wie oft was in der Windel ist, welche Konsistenz und Farbe der Windelinhalt hat … Kein Scherz, wirklich, Du wirst es noch merken!

Für den Fall, dass Du es bereits gemerkt hast – sprich, mittlerweile schon selbst Mama geworden bist – haben wir hier ein paar Infos rund um das Thema „Das Leid mit der vollen Windel“ zusammengetragen.

Ist „häufiges“ Windelwechseln normal?

Nun ja … Ein Baby ist ja keine Maschine. Es gibt Babys, die machen enorm oft und wieder andere machen tagelang gar nichts. Doch was gilt als „normal“ bzw. ab wann muss man sich Sorgen machen?

Antworten auf alle Fragen rund ums Wickeln erhältst Du auch in unserem Ratgeber „Wie oft Wickeln? Der beste Platz zum Wickeln? – Antworten auf alle Fragen“.

Konsistenz, Farbe und eben auch Häufigkeit des Stuhlgangs hängen von ganz vielen verschiedenen Faktoren ab – vom Alter des Babys, davon, ob es gestillt wird, später dann, ob es Brei dazu gibt und so weiter. Allgemein gilt: Solange der Stuhl eines jungen Babys weich ist und ohne große Anstrengungen herauskommt, ist alles in Ordnung.

Im Folgenden möchte ich dennoch auf die einzelnen Faktoren noch einmal genauer eingehen.

Stuhlgang bei Neugeborenen

In den ersten Tagen nach der Geburt wird Dein Baby eine zähe, grün-schwarze Flüssigkeit ausscheiden, die recht klebrig ist. Diese nennt sich Mekonium, das sogenannte „Kindspech“. Sie entsteht durch das Fruchtwasser, die Dein Baby im Mutterleib zu sich genommen hat. Du wirst vielleicht über den Windelinhalt erschrecken – aber es ist ganz normal und ein wirklich gutes Zeichen, denn das „Kindspech“ bestätigt, dass der Darm Deines Kleinen richtig arbeitet. Nach 1–2 Tagen verschwindet das Mekonium meist und der Stuhlgang verändert sich.

Stuhlgang eines Stillbabys

Es gibt tatsächlich große Unterschiede zwischen dem Stuhlgang eines Flaschenbabys und dem eines Stillbabys. Sobald Du richtig Milch produzierst, wird der Windelinhalt Deines Kleinen gelb und von der strukturlos aussehen, also breiig oder auch wie geronnene Milch. Er wird süßlich riechen und Du wirst vermutlich häufig wickeln müssen – meist machen die Kleinen nämlich direkt während oder nach dem Stillen.

Stuhlgang eines Flaschenbabys

Muttermilch ist leichter verdaulich als Flaschenmilch. Das ist auch der Grund dafür, dass der Windelinhalt eines Flaschenbabys strenger riecht und fester ist. Denn Muttermilch kann komplett verdaut werden – Flaschenmilch nicht. Dein Baby wird auch nicht so häufig Stuhlgang haben, es kann daher eher zu Verstopfung kommen.

Stuhlgang während der Beikostphase

Der Stuhl Deines Babys wird sich nun sehr verändern. Du wirst sofort anhand des Windelinhaltes sehen, ob es zuletzt Karotten oder Spinat gab. Und es wird anfangen, übel zu riechen …

Tipps für den Beikost-Start erhältst Du in unserem Ratgeber „Erster Babybrei – wann und wie beginnst Du?„.

Auch die Häufigkeit des Stuhlgangs Deines Babys wird sich wieder ändern und sich in der Regel auf 1–2 Mal am Tag reduzieren. Manche Kinder haben auch nur alle paar Tage Stuhlgang.

Führe Dein Baby langsam an die Beikost heran, es kann leicht zu Verstopfung kommen.

Tipps und Tricks während dieser Zeit bekommst Du auch in unserem Artikel „Was tun, wenn die Beikost Bauchweh macht?“. Schau doch mal rein!

Wann spricht man von Durchfall?

Ich habe hier nun oft geschrieben, dass der Windelinhalt flüssig oder breiig ist und das das ganz normal ist. Doch wie kannst Du diesen „normalen Stuhlgang“ von möglicherweise gefährlichem Durchfall unterscheiden?

„Kranker“ Stuhlgang sieht oftmals einfach anders aus, als Du es von Deinem Kind gewohnt bist. Und in der Regel riecht Durchfall ganz streng, sauer und bissig. Zudem ist Durchfall meist sehr flüssig, „schießt“ oftmals richtig aus Babys Po und Dein Baby muss sehr, sehr oft.

Sollte der Durchfall nicht innerhalb von 24 Stunden wieder weg sein, gehe bitte mit Deinem Kind zum Arzt. Bei sehr jungen Babys suchst Du besser früher einen Arzt auf.

Bei welchem Stuhlgang Baby zum Arzt muss, erfährst Du auch ausführlich in unserem Artikel „Schwarz, grün, braun: Bei welchem Stuhlgang Baby zum Arzt muss“.

Eine Wissenschaft für sich

Du siehst – selbst das Thema volle Windel ist ein bisschen eine Wissenschaft für sich und kann Dich manchmal zu Beginn Deines „Mama-Daseins“ ganz schön verunsichern. Wir hoffen, wir konnten Dir mit diesem Artikel ein bisschen weiterhelfen.