Warum Papa und seine Vaterrolle so wichtig für Dein Baby sind

Sandra

Väter sind heutzutage viel mehr an der Erziehung und dem Aufwachsen ihrer Kinder beteiligt, als das früher der Fall war. Arztbesuche in der Schwangerschaft, Geburtsvorbereitungskurse, die Anwesenheit im Kreißsaal, als Kuschelpartner und später als Spielkamerad – wir zeigen Dir, warum eine ausgefüllte Vaterrolle so wichtig ist.

Von Beginn an ist meist Mama die Hauptbezugsperson für das Baby. Sie füttert es, schenkt Geborgenheit und Trost, und verbringt die meiste Zeit mit ihm. Mütter dienen ihren Kleinen als ein sicherer Rückzugsort, emotionaler Halt und als Kommunikationsquelle. Blicke und kleine Gesten werden von ihr am besten verstanden und erwidert. Wenn es also um die emotionale Erziehung und Entwicklung geht, hat Mama bei der Mehrheit einen größeren Einfluss als der Papa.

 

Ein Kind braucht Mutter und Vater 

Nicht erst in den letzten Jahren setzt sich aber immer mehr die Erkenntnis durch, dass Papa und seine Vaterrolle genauso wichtig für Kinder sind wie der emotionale Halt der Mama. Im Idealfall sind Väter für Kinder eine Brücke zur Außenwelt und prägen ihr Selbstvertrauen und ihre Selbstständigkeit sehr. Wenn Mama der Ruhepol ist, steht Papa von Beginn an oft eher für Spiel, Spaß und Abenteuer, für Ermutigung, aber auch Sicherheit. Er vermittelt ein positives Selbstwert-Gefühl, die Auffassung, dass man vor bestimmten Dingen keine Angst zu haben braucht, und stärkt das Ur-Vertrauen in seinem Kind. Väter trauen mehr zu, bestätigen Kinder in ihrem Tun und bekräftigen damit das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.

Bei Müttern gewinnt der Beschützerinstinkt oft überhand und schränkt damit die eigenständige Entfaltung und Entdeckung des Lebens ihrer Kinder ein. Babys und Kinder brauchen somit beide Bezugspersonen für eine gesunde soziale Entwicklung.

Papa ist der beste Spielkamerad

Viele Väter spielen und handeln anders als Mütter. Sie behandeln ihr Kind nicht mit Über-Vorsicht, sondern mutiger, aktiver, lustiger und abenteuerreicher. Oft ist Papa derjenige, der das Baby laut glucksend in die Luft wirft, beim ersten Mal Achterbahnfahren oder Turmspringen ermutigt und das Fahrradfahren beibringt. Neben dem Selbstvertrauen fördert Papa damit die aktive Entwicklung maßgeblich.

Daher ist es wichtig, bereits von Geburt an viel Zeit mit seinem Kind zu verbringen. In vielen Städten gibt es dafür spezielle Vater-Kind-Kurse für Schwimmen, Massagen oder Musik. Die Aufmerksamkeit liegt dabei auf der Interaktion zwischen Vater und Kind und stärkt diesen als Bezugsperson. Natürlich hilft hierbei auch das frühe Tragen in einer Babytrage, viel zu kuscheln und gemeinsam Spaß zu haben. Auf dem Fußboden herumzurobben, verstecken zu spielen, den Wald zu entdecken, in Pfützen zu springen und Steine in den Fluss zu werfen, das macht mit Papa am meisten Spaß und er beschwert sich eher nicht über die Flecken auf der Hose.

Väter als erste männliche Bezugsperson

Mädchen und Jungs dient der Vater in zweierlei Hinsicht als Vorbild: Er prägt als erste männliche Person im Leben des Kindes das gesamte spätere Beziehungsleben. Für die Söhne ist der Vater eine maßgebliche Leitfigur – sie orientieren sich an dessen Verhalten, auch gegenüber Frauen und erhalten durch ihn die Definition von Männlichkeit. Wenn der Vater die Mutter respekt- und liebevoll behandelt, werden sie es ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit gleichtun.

Mädchen wählen oft unbewusst ihren Partner und seinen Charakter nach der vorgelebten Männerrolle des Vaters aus, da ihnen diese vertraut ist. Wenn sie um Anerkennung und Bestätigung bei ihrem Vater kämpfen mussten, ist es unwahrscheinlich, dass der später gewählte Lebenspartner mit großen romantischen Gesten und Worten glänzen musste. Wenn der Vater aber Mutter und Tochter ein hohes Maß an Anerkennung hat zukommen lassen, erzeugt er damit bei seiner Tochter ein positives Gefühl des Frau-Seins, was deren Selbstwertgefühl und Männerbild positiv prägt. Der spätere Partner soll wahrscheinlich ebenso aufmerksam und liebevoll sein wie Papa. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel, aber oft ist diese Auffälligkeit bei der Partnerwahl zu beobachten.

Investiere und nutze die Zeit

Als Papa hat man einen großen Einfluss auf die Entwicklung, Erziehung und Zukunft seines Kindes. Daher ist es wirklich wichtig, bei jeder Familienkonstellation dafür zu sorgen, genug Zeit für die Kleinen zu investieren, diese zu nutzen und vor allem zu genießen. Es gibt kein schöneres Gefühl, als zu merken, dass Kinder zu einem aufschauen und man das Wichtigste in ihrer Welt ist. Das kann durch nichts ersetzt werden.

Klischees prägen oft die Erziehung von Mädchen und Jungs – wir haben uns Gedanken gemacht, ob eine geschlechtsneutrale Erziehung sinnvoll und ob diese überhaupt möglich ist – hier erfährst Du mehr.