Wassereinlagerungen – Wenn die Schuhe nicht mehr passen

Marlen Greb

Ödeme im Körper, besonders in den Beinen und Füßen, zählen zu den gemeinen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft. Was Du dagegen tun kannst erfährst Du in diesem Artikel.

„Hilfe, ich fühle mich wie ein Elefant!“

Ja, auch Wassereinlagerungen im Körper, besonders in den Beinen und Füßen, zählen zu den „netten“ Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft. Sie sind auch unter dem Namen Ödeme bekannt. Was Du dagegen tun kannst, wenn die Schuhe drücken und Du aussiehst wie ein aufgedunsener Pfannkuchen, erfährst Du hier.

Wo kommen die Wassereinlagerungen her?

Sehr viele Schwangere werden mir jetzt zustimmend zunicken: Am frühen Morgen denkt man noch „Das wird ein guter Tag!“ oder „Hurra, so aufgequollen sehe ich ja heute gar nicht aus!“. Aber je mehr sich der Tag dem Ende zuneigt oder wenn Du viel gestanden und gesessen hast, wirst Du es spüren – Deine Beine und Füße werden dick. Mach nun bloß nicht den Fehler, Dir Erleichterung zu verschaffen, indem Du Deine Schuhe ausziehst – Du wirst sie an diesem Tag nicht wieder anbekommen. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für Eheringe …

In aller Regel sind die Schwangerschaftshormone „schuld“ an den Wassereinlagerungen. Durch sie weiten sich die Blutgefäße und verlieren an Elastizität. Zudem sammelt sich im Bindegewebe zusätzliche Flüssigkeit an. Deinen Venen in den Beinen leisten während der Schwangerschaft Schwerstarbeit. Sie müssen permanent gegen die Schwerkraft das Blut Richtung Herz pumpen. Durch diesen erhöhten Druck versackt das Blut mitsamt der Gewebeflüssigkeit in den Beinen. Die Folge sind die fiesen Wassereinlagerungen. Auch Krampfadern oder Besenreiser entstehen so.

Sind die Wassereinlagerungen „schlimm“?

In der Regel nicht. In den meisten Fällen sind die Wassereinlagerungen einfach nur lästig. Gefährlich kann es erst werden, wenn zu den Ödemen noch folgende Beschwerden hinzukommen:

  • hoher Blutdruck
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • erhöhte Eiweißwerte im Urin
  • Ohrensausen und Augenflimmern
  • Bauchschmerzen

Wenn diese Beschwerden hinzukommen, kann es sich um eine Gestose, auch Schwangerschaftsvergiftung genannt, handeln. Schon beim geringstem Verdacht solltest Du daher einen Arzt aufsuchen.

Was hilft und was hilft nicht?

Ein ganz wichtiger Punkt: Entwässerungsmittel, egal ob sie nun „natürlicher Art“ (wie z. B. Brennesseltee) sind, oder ob es sich um Entwässerungstabletten handelt – lass die Finger davon! Nur weil Du Wasser in den Beinen hast, darfst Du auf keinen Fall entwässern oder weniger trinken. Böse Stoffwechsel- und Kreislaufprobleme können die Folge sein!

Auch der Mythos „kein/kaum Salz“ wurde mittlerweile widerlegt. Iss weiterhin ausgewogen und salze normal und vor allem: trinke ausreichend – mindestens 2 Liter Wasser am Tag!

Doch was hilft nun?

  1. Versuche so oft wie möglich, die Beine hochzulegen und langes Stehen zu vermeiden.
  2. Trage bequeme Kleidung die nicht einengt oder einschneidet – das Gleiche gilt auch für Schuhe und Socken.
  3. Es gibt spezielle Stützstrumpfhosen, die Du Dir gleich morgens nach dem Aufstehen anziehen kannst.
  4. Sanfte Bewegung tut gut. Wassergymnastik, Schwimmen und Walken eignen sich gut.
  5. Beingüsse und Fußbäder entspannen.
  6. Auch Akupunktur kann helfen, die Symptome von Ödemen zu lindern.
  7. Und nie vergessen: Ausreichend trinken (mindestens 2 Liter am Tag).

Entspann Dich und halte durch!

Ödeme sind wirklich lästig und schmerzhaft und können Dir die Restschwangerschaft echt madig machen.

Aber bald hast Du es geschafft …

Mach Dir in der Zwischenzeit die Zeit einfach so schön wie möglich und leg die Beine hoch. Diese Dinge könnten Dir jetzt vielleicht nützlich sein: