Welche Mittel aus der Hausapotheke Baby wirklich helfen

Katharina Grammel

Dein Arzneimittelschrank ist voll, doch für ein Baby sind diese Medikamente nicht geeignet. Was dort hineingehört, damit auch Baby geholfen werden kann, haben wir Dir hier zusammengefasst.

Das Immunsystem eines Babys muss sich in den ersten Wochen und Monaten noch entwickeln. Daher kommt es vor, dass sich Babys häufiger mit leichten Infekten anstecken. Die Muttermilch versorgt Deinen Schatz mit Antikörpern und bietet somit einen natürlichen Schutz vor Infektionskrankheiten, den sogenannten Nestschutz. Dennoch kommt es bei den Kleinen oft zu Beschwerden, weshalb Du einen kleinen Vorrat mit den wichtigsten Medikamenten zuhause haben solltest. Wir stellen Dir hier vor, welche Medikamente aus der Hausapotheke Baby am besten helfen.

Suchst Du Medikamente zu einer bestimmten Krankheit oder Symptomen, dann kannst Du hier schnell zu den Empfehlungen gelangen:

Was tun bei Erkältung und Fieber?

Der Nestschutz schützt Deinen Schatz leider nicht vor jedem Infekt, daher ist es sehr wahrscheinlich, dass er sich, nur wenige Wochen alt, bereits mit einer leichten Erkältung quälen muss. Wenn die Nase verstopft ist, fällt das Atmen und Trinken schwer und mit einem Taschentuch die Nase zu putzen ist oft nicht ausreichend. Daher solltest Du einen elektrischen Nasensauger nutzen, um Nasensekret abzusaugen und das Atmen zu erleichtern. Alternativ kannst Du Dir einen oralen Nasensauger besorgen, der etwas günstiger ist und mit dem Mund betrieben wird. Abschwellende Nasentropfen solltest Du nur in der Nacht zum Schlafen nutzen, oder wenn das Trinken sehr beeinflusst wird.

Empfehlung der Redaktion: Elektrischer Nasensauger von nosiboo oder Rotho Babydesign NoseFrieda.

Der Körper Deines Schatzes kämpft gegen die Viren und Bakterien, vielleicht sogar mit Fieber. Anhand eines einfachen Fieberthermometers kannst Du schnell die Temperatur überprüfen. Rektal erhältst Du das zuverlässigste Ergebnis, wofür es Fieberthermometer mit flexibler Spitze schon günstig ab ca. 5,- € gibt. Nicht ganz so exakt, aber einfacher in der Handhabung sind Ohrthermometer. Hier kannst Du Dir das Ausziehen in der Nacht sparen und die Temperatur messen, ohne Deinen Schatz wecken zu müssen. Ab welcher Körpertemperatur Du das Fieber senken solltest, besprichst Du am besten mit Deinem Kinderarzt. Geeignete Medikamente zum Fiebersenken sind entweder Ibuprofen als Saft oder Zäpfchen (ab 6 Monate / 6 kg Körpergewicht des Babys) oder alternativ Paracetamol.

Bei Husten heißt es: Ab zum Arzt! Hier solltest Du nicht auf eigene Faust handeln. Größere Kinder ab ca. 12 Monaten können unterstützend inhalieren.

Empfehlung der Redaktion: Der Wick Dampf-Inhalator, der nicht teuer und eine große Hilfe ist!

Was tun bei Durchfall?

Durchfall ist bei kleinen Kindern nicht zu unterschätzen. Schnell kann es hier zu einem gefährlichen Flüssigkeitsmangel kommen, vor allem bei noch sehr kleinen Babys. Daher solltest Du Deinem Kind bei Durchfall genug zu Trinken anbieten, beispielsweise Wasser oder Fencheltee. Da durch den erhöhten Flüssigkeitsverlust auch Mineralstoffe verloren gehen, kannst Du zusätzlich in der Apotheke eine Elektrolytlösung kaufen. Lass Dich hierzu am besten von einem Apotheker oder Deinem Kinderarzt beraten.

Was tun bei Koliken?

Vielen Mamis dürfte das bekannt sein: Das Baby schreit in den ersten Wochen nach der Geburt besonders viel. Diese Phase wird als Dreimonatskolik bezeichnet, obwohl nicht bewiesen ist, dass die Ursache hiervon Bauchschmerzen sind. Allerdings muss sich Dein Kleines erst an die neuen, unbekannten Nährstoffe aus der Muttermilch gewöhnen, wodurch in den ersten Monaten vermehrt Bauchweh und Blähungen auftreten können.

Hier hilft Deinem Baby ein Wärmekissen, gefüllt mit Kirschkernen oder einem Gel. Außerdem lösen Bäuchlein-Salben Verspannungen und Krämpfe, indem Du sie rund um den Bauchnabel Deines Schatzes einreibst und einwirken lässt. Wenn es gar nicht anders geht, gibt es auch homöopathische Zäpfchen, wie die Carum carvi Zäpfchen mit Kümmel.

In Absprache mit Deiner Hebamme oder Deinem Kinderarzt kannst Du auch ein Mittel gegen Blähungen bekommen, welches Du Deinem Kind in regelmäßigen Abständen in die Flasche gibst. Das bekannte Mittel SAB Simplex sollte allerdings wirklich nur nach Verordnung eines Arztes oder der Hebamme genommen werden.
Dein Baby weint sehr viel und ist trotz der kleinen Helfer gegen Bauchweh nicht zu beruhigen? Erfahre hier mehr zu weiteren Ursachen und was Du dagegen tun kannst!

Was tun bei Zahnungsbeschwerden?

Es sind doch nur 20 Stück … Aber diese 20 kleinen Milchzähne können Dein Baby ganz schön quälen. Fieber, Schmerzen und Unwohlsein können die Tage und Nächte unerträglich machen. Damit Du es Deinem Baby ein wenig erleichtern kannst, solltest Du diese Hilfsmittel und Medikamente in Deiner Baby Hausapotheke haben.

Ein Beißring ist die erste Wahl bei Zahnungsbeschwerden. Ebenso einfach und ohne Medikamente kann es Deinem Kleinen helfen, eine Veilchenwurzel zu kauen. Manche schwören auch auf das Tragen einer Bernsteinkette.
Wenn dies nicht mehr hilft, gibt es eine ganze Reihe homöopathischer Mittel: Osanit Zahnungsglobuli kannst Du in regelmäßigen Abständen geben. Die Inhaltsstoffe wirken abschwellend und leicht beruhigend, damit Dein Baby gut schlafen kann. Ebenfalls empfehlenswert ist ein Zahnungsöl, welches Du in der Apotheke bekommst. Dieses wird von außen auf die Wange massiert und wirkt entspannend und entzündungshemmend.

Neben Globuli und Öl kannst Du noch ein Zahnungsgel verwenden. Dieses wird auf das betroffene Zahnfleisch aufgetragen und wirkt schmerzstillend und leicht betäubend. Hier gibt es mehrere Präparate, u. a. das Dentinox Zahnungshilfe-Gel oder das OSA Pflanzen Zahngel.

Falls die homöopathischen Mittel keine Wirkung zeigen, Dein Baby aber vor Schmerzen und Fieber nicht zur Ruhe kommt, kannst Du im Notfall auch mal ein Zäpfchen mit Ibuprofen oder Paracetamol geben, denn auch Dein Baby braucht mal ein paar Stunden Schlaf und muss sich nicht unnötig quälen. Beruhigend wirken auch homöopathische Zäpfchen, wie beispielsweise die Viburcol Zäpfchen.

Kind bekommt Medikamente Löffel_XXL

Was tun bei Verletzungen?

Kinder haben tausend Schutzengel, aber manchmal passiert es doch: Sie schürfen sich beim Spielen das Knie auf oder stoßen sich den Kopf. Was darf für diese Fälle nicht in der Hausapotheke fehlen?

Bei leichten Beulen durch Stöße oder Stürze hilft es, diese zu kühlen. Mit einem Kühlpad verschaffst Du gleich Linderung. Für Kinder sind die Kühlpads oft auch als niedliche Kuscheltiere getarnt und werden deshalb gerne auf der betroffenen Stelle gelassen. Gegen die Schwellung hilft ebenfalls die Einnahme von Arnica Globuli. Die entsprechende Medikation erfährst Du von Deinem Apotheker oder Kinderarzt.

Kommt es doch mal zu einer offenen Wunde, solltest Du die Wunde desinfizieren und Verunreinigungen wie beispielsweise Sand oder Erde vorsichtig entfernen. Das Desinfektionsmittel Octenisept bekommst Du in allen Apotheken als Sprühflasche. Es ist besonders gut für Kinder geeignet, da es die Wunde desinfiziert ohne zu brennen. Anschließend bedeckst Du die Wunde mit Verbandsmaterial oder – bei einer kleinen Wunde – mit einem Pflaster.

Und wenn das alles nichts bringt?

Wenn Du Dir unsicher bist oder die Symptome nicht eindeutig sind, solltest Du Deinen Kinderarzt aufsuchen – vor allem, wenn kleine Babys unter sechs Monaten Fieber haben oder husten, ohne dass dafür ein Grund ersichtlich ist. Welcher das sein könnte, erfährst Du in diesem Artikel über Babykrankheiten.

Ansonsten kannst Du mit dieser kleinen Baby Hausapotheke viele Wehwehchen auf natürliche Weise und ohne viel Chemie gut behandeln. Wir wünschen Deinem kleinen Schatz gute Besserung und Dir viel Kraft!