Welcher Kindersitz passt (nicht) in mein Auto?

Katharina Grammel

Smart oder Bulli – in jedes Auto muss irgendwie ein Kindersitz passen. Doch das ist nicht immer so einfach. Wir zeigen Dir, auf welche Punkte Du beim Kindersitzkauf achten musst, damit Du keine böse Überraschung erlebst.

Gerade erst hast Du Dir eine Babyschale zugelegt und schon musst Du Dich wieder auf die Suche nach einem neuen Folgesitz machen. Und dabei stellst Du Dir vielleicht die Frage, welcher Kindersitz denn nun in Dein kleines Auto passt. Nicht jeder Kindersitz findet beispielsweise im Kleinwagen Platz, aber auch bei Vans und Transportern gibt es einige Dinge beim Kindersitzkauf zu beachten. Wir sagen Dir, welcher Kindersitz passt, wo es eng wird und auf was Du unbedingt achten solltest.

Kleinwagen

Vielleicht fährst Du einen VW Polo oder sogar einen Renault Twingo? Keine Panik, für jedes Auto gibt es einen passenden Kindersitz. Du musst nur wissen, welcher Kindersitz sich eignet und auf welchem Sitzplatz im Auto er stehen kann.

Eine Babyschale wirst Du garantiert auf die Rückbank Deines Kleinwagens bekommen. Ob Du aber zusätzlich eine Isofix- oder Belted-Base nutzen kannst, ist fraglich. Falls Du noch einen Beifahrer mitnehmen möchtest, solltest Du Dir diese Anschaffung überlegen, da der Beifahrersitz garantiert bis vorne geschoben werden muss. Alternativ kannst Du die Babyschale natürlich auch auf dem Beifahrersitz platzieren. Dazu aber bitte unbedingt manuell den Airbag ausschalten!

Genau die gleichen Platzprobleme gibt es mit dem Folgesitz. Auch hier stellt sich in erster Linie die Frage, wo Du den Kindersitz stehen haben möchtest bzw. ob Du einen Beifahrer mitnehmen musst. Enorme Platzprobleme auf der Rückbank kann es eigentlich nur mit einem Reboarder geben. Hier empfehlen wir Dir ein platzsparendes Modell wie beispielsweise den Cybex Sirona. Er nimmt nicht mehr Platz ein als eine Babyschale und sollte problemlos auf der Rückbank Platz finden können. Übrigens kannst Du ihn sogar ab Geburt nutzen und Dir die Babyschale sparen.

Überhaupt keine Probleme gibt es wohl bei dem „letzten“ Kindersitz der Gruppe 2/3. Die Sitzerhöhungen mit oder ohne Rückenlehne nehmen kaum Platz weg, nur in der Breite. Drei Kindersitze auf der Rückbank sind dadurch unmöglich.

sad kid tired of trip

Kombi

Für viele Familien ist das Auto Nr. 1 der Kombi. Geräumiger als ein Kleinwagen passen dort ohne Probleme Kinderwagen und Co. noch in den Kofferraum. Doch welcher Kindersitz eignet sich für diese Automodelle?

Logisch, hier hast Du nur wenig Einschränkung, was die Auswahl Deines Kindersitzes angeht. Dein Auto ist geräumig, die Rückbank großzügig und als Beifahrer musst Du nicht die Knie unter dem Kinn hängen haben. Nahezu jede Babyschale mit und ohne Base und Folgesitze finden hier ihren Platz.

Da gibt es doch eigentlich keine Einschränkung, oder? Doch! Wie beim Kleinwagen ist es fast unmöglich, drei Kindersitze auf die Rückbank zu bekommen, da der mittlere Sitz oft nur eine Art Notsitz mit einem Beckengurt ist. Aber nicht nur der Kindersitz ist ausschlaggebend, auch das Auto. Hier heißt es testen und ein wenig Tetris spielen, so unterschiedlich ist das Platzangbot der Rücksitzreihen verschiedener Autohersteller.

Dein Auto hat auf der Rückbank in der Mitte nur einen Beckengurt? Was nun? Welcher Kindersitz kann hier installiert werden? Wir haben uns schlau gemacht und können Dir einen Kindersitz präsentieren, der gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Der Britax Römer Max-Way! Er kann mit dem Beckengurt befestigt werden  und ist zudem noch ein Reboarder bis 25 kg, sodass Dein Kind sicher und dazu noch lange rückwärts fahren kann. Schau aber vorher in die Typenliste Britax Römer Max-Way, ob der Kindersitz für Deinen Kombi zugelassen ist.

 

Van

Ein Kombi ist mit drei Kindern im Kindersitz schon zu klein. Doch vor dem Bus bzw. Transporter kommt noch eine beliebte Autoklasse: Der Van. Großzügige Beinfreiheit, geräumiger Kofferraum und dazu noch drei Einzelsitze auf der hinteren Sitzreihe – Platz für jedes Kind.

Platz satt, doch welcher Kindersitz passt hier vielleicht nicht? Jetzt hast Du schon ein großes Familienauto und dann das: ein Kindersitz, der nicht passt! Ärgerlich, aber gibt es tatsächlich. Schau hier:

Neue i-Size Verordnung besagt: Jedes Kind soll bis 15 Monate im i-Size Sitz rückwärts fahren. Kein Problem, Sitz gekauft… Und dann das: Der Van hat Staufächer unter den Fußmatten. Wenn Du in die Typenlisten der Kindersitzhersteller schaust, darf dort kein Kindersitz mit einem Stützfuß stehen. Das Staufach kann bei einem Unfall einbrechen und der Reboarder verliert seinen Halt. Was nur wenige wissen: Das betrifft schon die Babyschalen mit der Base! Der Stützfuß der Base darf auch nicht auf dem Staufach stehen. Unfallschaden – Kind verletzt – Versicherung zahlt nicht, da der Kindersitz nicht ordnungsgemäß installiert war! Vorsicht ist hier also geboten – ein Blick in die Typenliste genügt!

Was Du nun tun kannst: Die Autohersteller Ford und Volkswagen bieten Dir Zubehörteile an, mit denen Du das Staufach ausfüllst. Bitte niemals selbst füllen! Es mag vielleicht halten (wer kann das schon garantieren?), aber auch hier ist der Versicherungsschutz dahin. Bei den Babyschalen musst Du leider in den sauren Apfel beißen und Dein Kind ohne Base sichern. Kein Problem! Aber welcher Kindersitz kann dann als weiterführender Reboarder genutzt werden? Der Axkid Rekid hat einen besonders langen Stückfuß. Dieser kann in das Staufach gestellt werden. Vielleicht ist der Winkel des Fußes groß genug, dass der Stützfuß vor dem Staufach steht – auch das ist möglich! Hier heißt es: Typenliste checken, testen oder zu einem Fachhändler fahren!

Baby mit Daumen im Autositz

Bus / Transporter

Vier oder mehr Kinder? Ein Bus muss her! Aber bekommst Du da auch alle Kindersitze unter? Mit ein paar Tipps und Tricks vom Fachhändler auf jeden Fall!

Vielleicht genießt Du den Luxus, dass Dein Bulli drehbare Sitze besitzt. Prima, denkst Du, kann ich mir doch einen Reboarder sparen. Pustekuchen! Nicht alle Kindersitze der Gruppe 1 dürfen auf Rückwärtssitzen stehen. Aber welcher Kindersitz denn nun? Wir haben uns informiert.

Solltest Du die Rücksitze entgegen der Fahrtrichtung drehen, darfst Du dort in der Gruppe 0/0+ und 1 keinen Kindersitz mit Isofix befestigen. Isofix ist ein Befestigungssystem, dass ausschließlich für Autositze in Fahrtrichtung geeignet und vor allem getestet ist. In der Gruppe 2/3 kein Problem, da Dein Kind dort  mit dem Sicherheitsgurt gesichert wird. Bitte nutze also von 0 bis 18 kg nur Kindersitze mit Gurtbefestigung, denn Sicherheit steht an erster Stelle. Im Zweifel solltest Du aber auch hier einen Blick in die Anleitung Deines Autos und in die Anleitung des Kindersitzes werfen.

Der Kiddy Cruiserfix Pro ist auf Autositzen zugelassen, die sowohl in als auch gegen die Fahrtrichtung sind. Du hast Dein Kind also in den Gruppen 2 und 3 bestens gesichert. Für die Gruppe 1 empfehlen wir Dir einen Kindersitz von Römer, denn auch dieser Hersteller erlaubt in den meisten Fällen das Installieren auf drehbaren Einzelsitzen.

Auf gar keinen Fall darfst Du eine Babyschale auf einem rückwärts gedrehten Sitz installieren. Die Babyschale ist nicht dafür ausgelegt und ein Unfall kann im schlimmsten Fall tödlich für Dein Baby enden. Eine Babyschale gehört immer auf einen normalen, vorwärts gerichteten Autositz. Auch unter gar keinen Umständen die Babyschale drehen und andersrum anschnallen.

Unser Tipp

Einen Kindersitz kaufst Du nicht von der Stange. Er muss zu Deinem Baby, Deinem Auto und Deinen Bedürfnissen passen. Bei diesen drei Faktoren kann Dir der Fachhändler vor Ort helfen. Dort kannst Du Dich in Ruhe beraten lassen, Dein Kind in verschiedenen Kindersitzen probesitzen lassen und den Kindersitz sogar in Dein Auto einbauen (lassen), um zu sehen, wie und ob er passt. Aber nicht immer ist ein Fachhändler in der Nähe. Frage Freunde und Bekannte nach deren Erfahrungen. Vielleicht kannst Du auch dort einen Kindersitz mal einbauen und Dein Kind hineinsetzen. Ansonsten wollen wir Dich nach Kräften mit unseren Artikeln und Produktempfehlungen bei der Suche unterstützen. Hast Du so den richtigen Kindersitz gefunden, kannst Du ihn Dir auch ganz bequem nach Hause schicken lassen. Und falls der bestellte Kindersitz wirklich nicht passen sollte, nehmen die meisten Onlineshops die Sitze innerhalb einer angegeben Frist auch wieder zurück.

So ganz erschließt sich Dir immer noch nicht, welcher Kindersitz sich überhaupt für Dein Kind eignet? Aus diesem Grund sind die Kindersitze nach Gewichts- bzw. Größenangaben eingeteilt. Erfahre in unserem Ratgeber Welchen Kindersitz braucht mein Kind? – Ein Überblick über die Gewichtsgruppen alles Wissenswerte über das Thema: Welcher Kindersitz für welches Alter.
Es interessiert Dich auch, welcher Kinderwagen in Dein kleines Auto passt? Antworten findest Du hier: Welcher Kinderwagen passt in mein kleines Auto.