Willkommen am Esstisch, kleines Baby

Katharina Grammel

Eigentlich ist Essen etwas Schönes, trotzdem sind junge Mütter immer wieder gestresst, wenn es um das Thema Beikost geht. Hunderte Fragen quälen Dich? Wir geben Dir einen Überblick, mit dem Du entspannt in die Beikostzeit starten kannst…

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Wann beginne ich mit der Beikost?

Ungefähr mit sechs Monaten zeigt Dein Baby die ersten Beikostreifezeichen:

  • Der Zungenstoßreflex, mit dem es automatisch feste Nahrung oder einen Löffel aus dem Mund schiebt, ist verschwunden
  • Es kann mit etwas Unterstützung aufrecht sitzen und hat eine gute Kopfkontrolle
  • Es kann selbständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken
  • Es kann seine Sättigung durch Ablehnung der angebotenen Nahrung anzeigen

Die Tatsache, dass Dein Baby Dir interessiert beim Essen hinterher sieht, reicht nicht als Beikostreifezeichen. Kinder in dem Alter interessieren sich für alles und würden genauso aufmerksam schauen, wenn Du auf einer Schuhsohle herumkaust. Noch weiß Dein Baby ja gar nicht, dass diese „Esserei von den Großen“ auch satt machen kann.

Einige wenige Kinder sind auch schon mit ca. fünf Monaten beikostbereit, andere lassen sich länger Zeit. Vor dem 5. Lebensmonat sollte aber auf keinen Fall etwas anderes als Muttermilch oder Prenahrung angeboten werden. Ungefähr im 7. Lebensmonat sollte auch noch bis dahin uninteressierten Kindern zumindest ein Angebot gemacht werden. Du siehst, auch die Beikostreife ist individuell und lässt sich nicht exakt für jedes Baby vorhersagen. Lass Dich vor dem Beikostbeginn von Deiner Hebamme beraten. Bis zum Ende der Stillzeit bzw. bei nicht gestillten Kindern bis zum Ende des 9. Lebensmonats wird die Beratung durch Deine Hebamme bei Still- und Ernährungsfragen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

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Wie viel Beikost braucht mein Baby ?

Beikost heißt so, weil sie erst einmal beigegeben wird und die bisherige Milchnahrung ergänzt und nicht ersetzt, wie man noch häufig hört. Das heißt, Dein Baby soll in seinem ganz individuellen Tempo andere Kost kennenlernen und nicht eine bestimmte Menge zu einem bestimmten Zeitpunkt essen müssen. Diese Erwartungshaltung, wie sie feste Breifahrpläne suggerieren, bringen nur Stress in eine eigentlich schöne Sache. Essen lernen ist kein Erziehungsfeld. Eine einfache Regel sagt: Die Eltern bestimmen, was auf den Tisch kommt, und das Baby bestimmt, ob und wie viel es davon nimmt. Im ersten Lebensjahr heißen die Babys Säuglinge, weil Stillen bzw. Milchnahrung ihre Hauptnahrungsquelle ist. Die Muttermilch enthält nach wie vor alle Nährstoffe, die ein Baby braucht und die wichtigen Immunstoffe steigen im zweiten Lebenshalbjahr sogar noch mal an. Beikost geben heißt also auch nicht, dass Du in kurzer Zeit abgestillt haben wirst. Wenn das Dein Wunsch ist, muss die Muttermilch durch Säuglingsnahrung ersetzt werden, da alles andere nur Dich und Dein Baby gewaltig unter Druck setzen würde. Vergleiche mit anderen Kindern sind auch hier sinnlos. Dein Baby hat auch beim Essen einen ganz eigenen Entwicklungsplan.
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Wann und wie oft biete ich meinem Baby Beikost an?

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Avent Besteck

Biete Deinem Kind anfangs einfach ein bis zwei mal am Tag eine kleine Menge an – entweder ein paar Löffelchen Brei oder auch Fingerfood in Form von gedünsteten Gemüse- oder Obststücken. Am besten immer dann, wenn auch Du isst. Kinder schauen beim Essen genau hin, was die Eltern machen und lernen dadurch. Für die ersten Beikostversuche sollte Dein Kind weder müde noch hungrig sein, denn es weiß ja noch nicht, das dieses unbekannte, aber spannende „Zeug“ es zukünftig sättigen kann. Wenn Dein Baby zahnt oder krank ist, wird es auch tageweise immer wieder gänzlich uninteressiert an anderer Nahrung sein – auch das ist ganz normal.

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Was darf, kann, soll mein Baby essen?

Die 2009 veröffentlichen S3-Leitlinien zur Allergiepräventionen haben die Beikosteinführung sehr vereinfacht. Denn wo früher nur wenige einzeln und sehr langsam eingeführte Lebensmittel erlaubt waren, weiß man heute, dass ein breites gesundes Angebot am besten vor Allergien schützt. Ideal ist es, wenn die neuen Lebensmittel unter dem „Schutz des Stillens“ eingeführt werden. Es gibt nur wenige „verbotene“ Lebensmittel im ersten Lebensjahr. Auch Fisch, Ei und Vollmilch (bis zu 200 ml täglich in Form von Milchbrei, Käse, Joghurt etc.) sind erlaubt.

Verzichtet werden sollte im ersten Lebensjahr auf:

  • Rohmilch
  • rohe Eier
  • Salz (im Kochwasser ist Salz erlaubt)
  • Salat (kann noch nicht gekaut werden)
  • unverarbeitete Nüsse, kleine Beeren (Gefahr des Verschluckens)
  • Zuckerzusätze (Maltose, Dextrose, Fructose, Maltodextrin)
  • Bindemittel und Geschmacksstoffe (bei Gläschenkost beachten)
  • Schokolade und Kakao

Generell sollte das Essen, was dem Kind angeboten wird, frisch, vollwertig und gesund sein, aber auch zur jeweiligen Familie passen. Wenn also weder Mama noch Papa Pastinaken mögen, ist es unlogisch, diese dem Kind anzubieten. Das Ziel der Beikost ist es ja, dass das Kind spätestens ab dem ersten Geburtstag vom Familientisch mitisst und nicht jahrelang ein Extraessen zubereitet wird. Also überprüfe mal, was so auf Deinem Teller liegt. Die Beikostphase ist auch immer eine gute Gelegenheit, das eigene Essverhalten zu optimieren und sich an das Kochen mit frischen Zutaten zu wagen.

Für den Beikoststart haben sich gedünstete Gemüsesorten wie z.B. Kürbis oder Karotte bewährt. Die so schonend gegarten Stücke können als pommesgroßes, gut zu greifendes Fingerfood oder als Brei gegeben werden.

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Avent Dampfgarer

Mit dem Avent-Dampfgarer kann man beides unkompliziert zubereiten. Kinder, die keinen Brei und keine Löffelfütterung akzeptieren, essen meist begeistert selbst Fingerfood. Dabei wird gleichzeitig die Feinmotorik Deines Babys bestens trainiert. Geschickt wird es kleine Mengen in seinen Mund befördern. Das Ganze läuft natürlich nicht kleckerfrei ab und das soll es auch gar nicht. Das Erkunden und Probieren der neuen Nahrung mit Mund und Händen gehört zum Essen lernen dazu. Bewährt haben sich Ärmellätzchen, damit Du Deinen kleinen Schatz nicht nach jedem Essen komplett umziehen musst.

Hier findest Du eine grobe Orientierung über geeignete Beikost. Diese Auflistung soll aber nicht die individuelle Beikostberatung ersetzen:

Ab ca. 6 – 7 Monaten:
gekochtes Gemüse (evtl. püriert), Kartoffeln, Fleisch (Kalb, Rind, Geflügel), Fisch (ohne Gräten), gekochtes Eigelb, Getreideflocken oder Getreidegrieß (möglichst Vollkorn), gedünstetes Obst (möglichst einheimische Sorten)

  • zum Verdünnen eignen sich Muttermilch, Wasser, Gemüsesud
  • die Lebensmittel sollten gedünstet oder in Dampf gegart werden, auf keinen Fall braten, frittieren oder grillen
  • Gemüse muss stets mit einer Fettmenge zusammen verarbeitet werden, um die Verwertung der fettlöslichen Vitamine zu fördern. Geeignet sind gut verträgliche Öle in Bioqualität, z.B. Maiskeimöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl auch im Wechsel mit Butter.
  • um die Eisenaufnahme aus dem Gemüse optimal zu unterstützen, ist es sinnvoll, im Anschluss an die Gemüsemahlzeit immer noch einen Löffel Obst als „Nachtisch“ anzubieten oder den Brei mit einem Schuss Orangen- oder Apfelsaft zu ergänzen.

Ab ca. 8 Monaten:

  • Gemüse nicht mehr pürieren, zerdrücken genügt
  • Teigwaren, Brot, Reiswaffeln, Dinkelstangen, Zwieback
  • als Brotaufstrich eignet sich Frischkäse (auch Ziege), Avocado, Banane, Gurke
  • Reis (sehr weich kochen, evtl. „parboiled“), Nudeln
  • Rohes Obst
  • Naturjoghurt, ungesüßt

Gegen Ende des ersten Lebensjahres:
Umstellung auf eine leichte, evtl. weiche, nicht zu stark gewürzte Familienkost.
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Was darf und soll mein Baby trinken?

Trinklernbecher

Trinklernbecher

Die Hauptmenge an Flüssigkeit wird es weiterhin aus der Milch beziehen, trotzdem sollte mit Beikostbeginn auch Trinken in Form von Wasser angeboten werden. Mit etwas Unterstützung von Dir kann Dein Baby aus einem ganz normalen Becher oder Glas trinken. Für unterwegs kann ein auslaufsicherer Trinklernbecher ganz praktisch sein. Leitungswasser ist in Deutschland von guter Qualität und wird ständig kontrolliert. Spezielle Babywässer sind also nicht erforderlich und qualitativ nicht besser, aber wesentlich teurer. Babys brauchen keine Säfte und keinen Tee. Natürlich kann bei Bauchweh auch mal eine Tasse Fencheltee gegeben werden, aber Kräutertees sollten aufgrund ihrer Arzneiwirkung nicht im Dauergebrauch verwendet werden. Bei einer ausgewogenen Ernährung der Kinder mit ausreichend Obst und Gemüse sind Säfte überflüssig und sollten nur in Ausnahmefällen zu den Hauptmahlzeiten gereicht werden.
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Was braucht es noch zum Essen lernen ?

Das Wichtigste sind Zeit, Geduld und Freude an der gemeinsamen Mahlzeit. Eine vielseitige, abwechslungsreiche Kost bekommt der ganzen Familie am besten. Verwende frische und möglichst unverarbeitete Lebensmittel, da diese umso mehr Nährstoffe enthalten. Generell sind regionale und saisonale Produkte zu bevorzugen. Diese sind auch in Bioqualität bezahlbar. Vollkornprodukte sind wertvoller als Auszugsmehlprodukte.
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Dein Kind wird Dir Hunger und Sättigung anzeigen – achte auf diese Signale Deines Babys. Es braucht weder den Fernseher zum Ablenken noch das „Löffelchen für die Oma“. Und das Wetter am nächsten Tag hängt auch nicht mit der Nahrungsmenge zusammen, die Dein Kind gegessen hat. Genau wie Du, wird auch Dein Kind nicht jeden Tag zur gleichen Zeit immer gleich viel Hunger haben. In der frühen Kindheit werden die Grundlagen für ein gesundes Essverhalten gelegt.

Vertraue Deinem Kind, denn es weiß, was es braucht. Ein gesundes Kind wird nicht am gedeckten Tisch verhungern, auch wenn es mal weniger Lust zum Essen hat. Wenn Du Dir trotzdem Sorgen machst, kannst Du Dich gerne mit Deinen Fragen an die Hebamme oder den Kinderarzt wenden.