Windelwechsel – wann, womit und wie?

AnjaConstance

Was oben rein kommt, muss (teilweise) unten wieder heraus. Genau wie Dein Baby am Anfang ständig gestillt oder gefüttert werden möchte, ist auch seine Ausscheidungsfrequenz entsprechend hoch. Alle wichtigen Infos zu Wickelzeit findest Du hier

Wie oft muss mein Baby überhaupt?

Nach dem das so genannte „Kindspech“ oder auch Mekonium (der schwarz-grüne Stuhl in den ersten Tagen) ausgeschieden ist, wird das gestillte Baby mindestens drei mal, eher häufiger oder vielleicht sogar bei jedem Stillen Stuhlgang absetzen. Mit Premilch ernährte Neugeborene haben meist seltener Stuhlgang, der allerdings geruchsintensiver ist als der mild säuerlich riechende Muttermilchstuhl. Da die Blase des Babys anfangs noch genauso klein ist wie sein Magen, wird es häufig kleine Mengen Urin lassen. Dieser sollte farb- und geruchlos sein.

Es gibt also einiges zu tun in punkto Windeln wechseln. Urin wird von den heutigen Wegwerfwindeln meist so gut absorbiert, dass kaum Feuchtigkeit an die Haut gelangt, aber auch diese Windeln sollten nach vier bis fünf Stunden gewechselt werden. Der Stuhlgang verbleibt nämlich an der Haut und kann diese durch seine Bestandteile stark reizen und zu Entzündungen führen. Deshalb sollten diese Windeln immer umgehend gewechselt werden. Das Baby wird meist deutlich sein Unbehagen zeigen, wenn das nicht passiert.

Wie sieht ein sicherer Wickelplatz aus?

Die meisten Ersteltern entscheiden sich für einen Wickeltisch. Dieser sollte eine angenehme Höhe haben, damit Du eine gute gerade Haltung davor einnehmen kannst. Darüber freut sich auch Dein Beckenboden. Dein Baby sollte aber niemals alleine auf dem Wickeltisch liegen, da auch bei kleinen Babys unwillkürliche Bewegungen schon dazu geführt haben, dass ein Neugeborenes hinunter gefallen ist. Wenn Dir also etwas fehlt, nimm Dein Baby mit, um es zu holen. Eltern, die noch Geschwisterkinder zu versorgen haben, richten sich darum häufig noch einen Wickelplatz am Boden ein, auf dem das Baby sicher liegen kann, wenn ein schneller Spurt nötig ist, weil das große Kind gerade Chaos verursacht.

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Reer Heizstrahler

Babys mögen warme Wickelplätze. Das kann ein ohnehin besser beheizter Raum (meist das Bad) sein oder eine Wärmelampe sorgt schnell für eine babygerechte Temperatur. Der Reer-Heizstrahler hat eine sinnvolle Abschaltautomatik, denn im im hektischen Babyalltag vergisst man gerne mal die scheinbar einfachsten Sachen. Die Heizspirale ist austauschbar und der Heizstrahler ist leicht zu befestigen.
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Prolana Wickelauflage

Eine schadstofffreie Wickelauflage macht den Wickelplatz perfekt. Diese sollte entweder abwischbar oder maschinenwaschbar sein, denn es wird immer mal was daneben gehen.
Ist die Wickelauflage aus abwischbarem Kunststoff, solltet Ihr sie mit einem passenden Bezug oder auch einfach nur mit einem Handtuch oder Moltontuch abdecken, damit Euer Baby keinen kalten Rücken bekommt.
Mein persönlicher Favorit ist die Prolana Wickelauflage Bobo. 
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Womit bekomme ich Babys Po am besten sauber?

Für die empfindliche Neugeborenenhaut eignen sich weiche kleine Waschlappen , Wasser und für hartnäckigere Fälle etwas Mandelöl am besten. Für unterwegs sind Feuchttücher unschlagbar praktisch, doch im Dauergebrauch verträgt diese nicht jedes Baby. Generell sind Produkte mit dem Zusatz „sensitiv“ empfehlenswerter, da diese kein für Babys völlig überflüssiges Parfüm enthalten. Am besten schaust Du genau hin, wie die Haut Deines Babys auf Deine Pflegemaßnahmen reagiert. Eine Wundschutzcreme  ist nur nötig, wenn Babys Haut gereizt oder wund ist. Lass Dich dann am besten von Deiner Hebamme oder Deinem Kinderarzt beraten. Für Hauterkrankungen wie dem Windelsoor (eine Pilzerkrankung im Windelbereich) ist z.B. eine Creme mit einem ganz bestimmten Wirkstoff erforderlich. Ohne häufiges Windelwechseln und ausgiebige Belüftung des Babypos nützt aber die beste Wundschutzcreme nichts. Lass also viel Luft an den Po Deines Babys. Gerade wenn dieser gereizt ist, sorgen ausgiebige windelfreie Phasen für rasche Besserung.

Auf das „gute“ alte Puder, was Dir die Oma vielleicht noch empfohlen hat, solltest Du besser verzichten, da die zarte Babyhaut unter so einer Puderschicht nicht mehr atmen kann.

Die Qual der Wahl  –  Stoff- oder Wegwerfwindel?

Die heutigen Wegwerfwindeln sind wirklich praktisch und es gibt sie in allen Größen und Preisklassen zu kaufen. Die meisten Windeln saugen durch den darin enthaltenen Superabsorber Flüssigkeit gut auf und überzeugen auch durch ihre Passform. Die Ökobilanz für die Wegwerfwindeln sieht allerdings schlecht aus. Eine Einmalwindel benötigt mindestens 300 Jahre, um auf der Mülldeponie zu verrotten. Der täglich durch Wegwerfwindeln wachsende Müllberg ist gigantisch. Die Kosten für Einmalwindeln sind auch nicht ohne.

Stoffwindelsysteme sind, was die Kosten für die gesamte Wickelzeit betrifft, günstiger. Vor allem, wenn sie von mehreren Kindern genutzt werden. Aber durch das viele Waschen ist auch ihre Umweltbilanz eher mau. Allerdings fällt weniger Energieverbrauch und Müll für Herstellung und Entsorgung an.
Einige Eltern verwenden auch beide Optionen parallel und wickeln z.B. tagsüber mit Stoffwindeln und nachts mit Wegwerfwindeln. Die Stoffwindelsysteme sind mittlerweile genauso einfach zu handhaben und erfordern keine Kenntnisse über komplizierte Falt-und Wickeltechniken. Die Popoloni-Stoffwindeln kannst Du deinem Kind genauso leicht wie eine Einmalwindel an- und ausziehen. Probiere beide Varianten einfach aus und mache Dir Dein eigenes Bild.

Und ab wann geht es ohne Windeln?

Baby Björn Cleveres Töpfchen

Die meisten Babys auf unserer Welt werden ohne Windeln groß. Das heißt nicht, dass sie unkontrolliert überall ihre großen und kleinen Geschäfte hinterlassen, sondern dass das Baby über einem Behälter oder der Toilette abhalten wird, wenn es seine Ausscheidung signalisiert. Gerade kleine Babys zeigen oft sehr deutlich an, wenn sie mal müssen z.B. immer genau dann, wenn die Windel gerade ab ist. Dann kann man sie einfach entsprechend abhalten. Das reduziert den Windelberg und mindert das Risiko für eine Entzündung im Windelbereich da die empfindliche Haut gar nicht oder nur kurz mit dem Stuhlgang und dem Urin in Kontakt kommt. Hat Dein Baby Verdauungsprobleme, kann die Abhalteposition sogar sehr hilfreich sein, damit sich Dein Kind besser erleichtern kann.

Baby Björn Sitzverkleinerer

Wenn Dein Baby schon sitzt, kann es auch einfach das Töpfchen  benutzen. Das Konzept „Windelfrei“ hat also nicht mit einem starren Sauberkeitstraining zu tun, sondern Du bietest Deinem Kind einfach nur das Abhalten an, wenn es das signalisiert und dafür bereit ist. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Kinder meist unkomplizierter trocken werden, als wenn sie durchgehend über Monate und Jahre in die mittlerweile sehr gut absorbierenden Windeln machen. Gerade in Wegwerfwindeln haben Kinder nahezu kein Nässegefühl mehr und ihnen geht dadurch das Ausscheidungsbewusstsein zunächst verloren. Wenn Du mehr dazu wissen möchtest, kannst Du das in dem Buch „Es geht auch ohne Windeln“ nachlesen. Aber auch durchgehend gewindelte Kinder, die bereits sitzen und laufen, haben meist Freude daran, das Töpfchen oder die große Toilette mit einem Sitzverkleinerer  auszuprobieren.

Immer wieder windelfreie Phasen und die Gelegenheit Mama und Papa auf dem WC zu beobachten, helfen Deinem Kind, trocken zu werden. Und wie bei so vielen Dingen im Babyleben, hat Dein Kind dafür einen individuellen Zeitplan. Einige Kinder werden in wenigen Wochen tags und nachts trocken und andere brauchen viele Monate dafür. Lass Dich nicht stressen und vergleiche Dein Kind auch in diesem Bereich nicht mit anderen.
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