Zahnpflege Baby: Erstes Zähneputzen und zahnfreundliche Ernährung

Nina Sohns

Das erste Zähnchen ist da! Was nun? Zähneputzen ist schon ab dem ersten Zähnchen angesagt! Wir zeigen Dir wie Du mit sorgfältiger Zahnpflege und zahnfreundlicher Ernährung von Anfang an Karies vorbeugen kannst.

Nun hat sich der erste Zahn endlich durch Babys Zahnfleisch gearbeitet. Möglicherweise liegt eine harte Zeit hinter Dir und Deinem kleinen Schatz. Denn nicht selten macht das Zahnen den kleinen Mäusen Probleme… Und kaum ist dies erstmal geschafft, stehst Du schon wieder vor dem nächsten Thema, das da heißt: Zahnpflege Baby!

Wann das erste Mal Zähne putzen?

Zahnpflege ist schon ab dem Durchbruch des ersten Zähnchens wichtig! Es ist ein verheerender Irrglaube, dass die Pflege der Milchzähne nicht so wichtig ist, da sie ja ohnehin wieder ausfallen. Untersuchungen belegen nämlich, dass ein Zusammenhang zwischen Karies am Milchgebiss und Karies am bleibenden Gebiss besteht. Denn sind die Milchzähne erst einmal kariös, kann sich die Bakterienflora später auch an den bleibenden Zähnen festsetzen.

Mit der allgemeinen Mundhygiene kannst Du sogar schon beginnen, bevor überhaupt das erste Zähnchen da ist. Es wird empfohlen die Kiefernkämme regelmäßig zu massieren, um so den Kiefer zu reinigen und gleichzeitig Dein Baby frühzeitig an die Zahnpflege heranzuführen. Dafür nimmst Du am besten einen weichen Mikrofaserhandschuh wie den süßen MAM „Oral Care Rabbit“.

Kind Zähne putzen. Stockfoto

Wie oft Zähne putzen?

Anfangs solltest Du die Zähne Deines Schatzes einmal täglich – spätestens mit zwei Jahren dann zweimal täglich – 10 Sekunden pro Zahn putzen. Dies solltest Du jeden Abend vor dem Schlafengehen tun und danach nichts mehr zu Essen/Trinken geben als Wasser oder, falls Du noch stillst, Muttermilch.

Welche Zahnbürste fürs Baby?

Für Dein Baby solltest Du eine spezielle Kinder-/Babyzahnbürste verwenden. Diese haben einen kürzeren Bürstenkopf, da die Mundhöhlen von Babys ja noch viel kleiner sind. Weiterhin sind weiche, abgerundete Kunststoffborsten und ein dicker, rutschfester Griff wichtig. Ideal für den Start ist z. B. das MAM „Learn-to-brush-Set“, zum gemeinsamen Putzen und für erste eigene Putzversuche.

Gibt es Alternativen zur „klassischen“ Zahnbürste?

Fingerzahnbürste

Kommen Du und Dein Baby anfangs gar nicht mit einer herkömmlichen Babyzahnbürste zurecht, gibt es als Alternative die Fingerzahnbürste, z. B. Nuby „Natural Touch“, die Du über den Finger ziehen kannst, um kontrolliert Mundraum, Gaumen und erste Zähnchen massieren und reinigen zu können.

Beißring mit Zahnpflegefunktion

Ergänzend zur täglichen Zahnpflege kannst Du Deinem Baby den MAM Beißring „Bite & Brush“ anbieten. Dieser spezielle Beißring hat eine zusätzliche Fläche mit weichen Borsten, die das Zahnfleisch massieren und die Zähnchen reinigen. Das tägliche Zähneputzen kann dadurch aber nicht ersetzt werden!

Welche Zahnpasta fürs Baby?

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) empfiehlt eine Kinderzahnpasta mit Fluor, und zwar 0,5 Milligramm pro Gramm. Da Kinder mehr Zahnpasta herunterschlucken, ist wesentlich weniger Fluor darin enthalten als in Zahnpasta für Erwachsene.

Zahnpasta mit Geschmack oder ohne?

Um das Kind nicht durch den Geschmack zum Herunterschlucken zu ermutigen, raten die meisten Zahnärzte von Kinderzahnpasta mit Geschmack ab und empfehlen eine geschmacksneutrale, wie die Elmex Kinderzahnpasta (verwendbar vom ersten Zahn bis zum sechsten Geburtstag).

Trotzdem auch noch Fluortabletten geben?

Zahnmedizinische Fachgesellschaften stützen sich auf Studien, die besagen, dass die lokale Wirkung von Fluor direkt am Zahnschmelz wirksamer ist als die innere Anwendung durch Fluortabletten. Die neueren Empfehlungen lauten daher, dass keine zusätzliche Gabe von Fluortabletten nötig ist, sofern fluoridhaltige Zahnpasta verwendet wird.

Die richtige Zahnpastamenge

Wieviel Zahnpasta verwenden?

Ein Hauch von Zahnpasta genügt für Babys. Für Kleinkinder wird ein erbsengroßer Klecks empfohlen.

Die Zahnbürsten von MAM machen die Dosierung besonders einfach, denn die Borsten sind zweifarbig. Zahnpasta sollte nur auf die pinken Borsten aufgetragen werden, um die optimale Menge zu verwenden.

Die KAI-Technik

Wie am besten Zähne putzen?

Die beste Zahnputztechnik

Das Geheimnis richtiger Zahnpflege ist die sogenannte „KAI-Technik“: Erst Kauflächen, dann Zahn-Außenseiten, zuletzt die Innenseiten. Geputzt wird vom Zahnfleisch zum Zahn.

Die beste Zahnputzposition

Putzpositionen

Anfangs kannst Du Dein Baby zur Mundhygiene z. B. auf den Wickeltisch legen. Am besten hebst Du seine Lippen dabei sanft mit einem Finger an.

Sitzt das Baby im Hochstuhl oder auf dem Schoß, kann die sogenannte „Herzgriff-Position“ angewandt werden: Dabei stehst bzw. sitzt Du hinter Deinem Schatz, umfasst mit der linken Hand liebevoll den Kopf und legst ihn gegen Deine Brust. So hört er den beruhigenden elterlichen Herzschlag. Mit dem linken Zeigefinger hebst Du die Kinderlippen an, mit der rechten Hand wird geputzt.

Zähneputzen ohne Theater

Um Stress beim Zähneputzen zu vermeiden, ist es wichtig, das Kind spielerisch heranzuführen und für Spaß am Putzen zu sorgen. Am besten integrierst Du das Zähneputzen in das tägliche Abendritual. Dein Kleines sollte dabei auf jeden Fall selbst probieren und etwas mit der Zahnbürste spielen dürfen. In der Regel wird es dann auch eher das Nachputzen durch Mama oder Papa akzeptieren.

Ganz wichtig: Eltern sind Vorbilder

Auch bei der Zahnpflege! Sieht Dein kleiner Schatz Mama und Papa regelmäßig bei der Zahnpflege, möchte er von alleine tun, was die Großen machen!

Baby Zahnarzt

Wann der erste Zahnarztbesuch?

Der Bundesverband der Kinderzahnärzte empfiehlt den ersten Zahnarztbesuch schon ab dem ersten Zahn, spätestens zum ersten Geburtstag. So kann sich Dein Schatz auch langsam an die Zahnarztbesuche gewöhnen.

Bei den ersten Besuchen werden nützliche Tipps zur Mundgesundheit und zu den Themen Schnuller, Flasche, Anwendung von Fluoriden, Zahnfehlstellungen und Ernährung gegeben.

Sollte es unbedingt ein Kinderzahnarzt sein?

Natürlich muss es nicht zwingend ein spezieller Kinderzahnarzt sein, vor allem, wenn Du mit dem Familienzahnarzt vielleicht seit Jahren sehr zufrieden bist, und Dich gut beraten fühlst. Allerdings sind Kinderzahnärzte auf die ganz kleinen Patienten spezialisiert und gehen verstärkt auf die Kinder und ihre Ängste ein. Die Untersuchung wird spielerisch gestaltet, meist sind Praxisräume bunt und freundlich. Hier kann man sicher sein, dass alles getan wird um die ersten Zahnarztbesuche zu einem angenehmen Erlebnis werden zu lassen, was spätere Behandlungen enorm erleichtern kann.

Wie Du Deinem Kind eine mögliche Angst vor dem ersten Zahnarztbesuch nehmen kannst, zeigen wir Dir im Magazinartikel Kindern die Angst vorm Zahnarzt nehmen – so klappt’s.

Wie entsteht Karies?

Karies entsteht durch Bakterien, die den Zucker aus der Nahrung in Säure verwandeln, die dann die Zähne angreift. Und das auch, wenn Dein Baby noch gar keine „zuckerhaltigen“ Lebensmittel zu Essen bekommt! Denn durch die im Speichel enthaltenen Enzyme entsteht beim Kauen von Kohlehydraten (enthalten z. B. in Nudeln oder Kartoffeln) Zucker. Weiterhin befindet sich z. B. in Obst von Natur aus (Frucht-)Zucker.

Karies ist ansteckend!

Bakterien können durch Speichel übertragen werden, z. B. wenn Du den heruntergefallenen Schnuller Deines Schatzes kurz selbst in den Mund nimmst, bevor er ihn wieder bekommt, oder Du einen Löffel seines Breis probierst. Diese gutgemeinten mütterlichen Angewohnheiten können leider eine Gefahrenquelle für Karies sein.

Zahngesundheit und Ernährung – was ist wichtig?

Zur Zahnpflege gehört, auch in Sachen Ernährung ein paar Dinge zu beachten. So sollte Dein Baby nur Wasser oder ungesüßten Tee zu Trinken bekommen; auf keinen Fall zuckerhaltige Getränke! Säurehaltiges wie Fruchtsäfte sollte es nur zu den Mahlzeiten geben, nicht zwischendurch als Durstlöscher. Ganz wichtig ist dabei vor allem, dass Dein Kleines auf keinen Fall abends nach dem Zähneputzen ein Fläschchen, z. B. mit Saft oder auch mit Milch bekommt! Denn dies kann zur sogenannten „Nuckelflaschenkaries“ mit schlimmen Folgen für die Zahngesundheit Deines Schatzes führen.

Neben gesunder, ausgewogener Ernährung sind gemeinsame und regelmäßige Essenszeiten wichtig. Süßes solltest Du höchstens als Dessert geben und nicht als Snack für zwischendurch. Achte auch auf versteckten Zucker in Nahrungsmitteln.

Bei der Ernährung wie auch bei der Zahnpflege spielt die Vorbildfunktion der Eltern eine entscheidende Rolle. Denn was Mama und Papa machen, wird Dein Kleines als selbstverständlich ansehen und es nachahmen. Putze Dir also immer wieder vor Deinem Schatz die Zähne und ernährt Euch als Familie gesund!