Baby ist da: Das erste Mal Stillen, Wickeln, Kuscheln

Sandra

Erst hat es so lange gedauert und dann geht es doch ganz plötzlich ganz schnell: Das Baby ist da! Einen kleinen Einblick in die ersten Male als frischgebackene Mama bekommst Du hier!

Der Tag X 

Es ist die Nacht auf den ersten Weihnachtsfeiertag um 1.20 Uhr. Ich liege einen Tag vor dem errechneten Entbindungstermin im Bett und wache von dem Gefühl auf, aufs Klo zu müssen. Ohje, zu spät. Oder nein, falsch gedacht. Es ist Fruchtwasser und ein paar Minuten später folgt schon die erste Wehe. Naja, einen Tag zu früh, aber wenigstens konnte ich noch das leckere Fondue bei den Schwiegereltern genießen. Gut gestärkt geht es also mit dem Taxi ins Krankenhaus und Vorfreude vermischt sich mit Angst, was nun auf uns zu kommt. Viel Zeit zum Nachdenken habe ich nicht, denn bereits fünf Stunden später halte ich mein kleines Weihnachtsbaby in den Armen und bin plötzlich Mama. Das Baby ist da. Hilfe.

Das erste Mal Kuscheln

Den ersten Gedanken über meinen Sohn habe ich auch ein Jahr später nicht vergessen. Nach der Geburt umfasste ich ihn unter seinen winzigen Achseln und hob ihn zu mir aufs Kreisssaalbett. „Oh Gott, ist er klein!“, erschrak ich. Er kam mir so fragil vor und ich hatte Angst, ihm beim Hochheben weh zu tun. Ich hielt ihn noch etwas unbeholfen auf dem Arm, aber er sah mich ernst mit seinen wunderschönen dunklen Augen an und es war um mich geschehen. Etwas überrumpelt realisierte ich, dass ich jetzt Mama war und ein kleines Baby hatte, das ich vor allem schlechten in der Welt beschützen wollte und für das ich bis an das Ende der Welt gehen würde. So ging es mir auch die nächsten Tage, wenn ich mit ihm kuschelte. Er schlief die ersten Tage fast ununterbrochen und es war das schönste Gefühl der Welt, dieses kleine schlafende und schnarchende Wesen bei mir auf dem Arm zu haben und die Welt stehenbleiben zu lassen.

Genieße also die erste Zeit und kuschle viel mit Deinem Baby, denn dieser Abschnitt geht viel zu schnell vorbei! Es tut Euch beiden gut und Ihr erholt Euch schneller von den Strapazen der Geburt. Wenn Du aber erst einmal Zeit für Dich brauchst, ist das ebenso in Ordnung. Der Umbruch von „schwanger“ zu „Mama“ geht manchmal sehr schnell und braucht dennoch seine Zeit. Die Geburt hinterlässt ihre Spuren und muss erst einmal verarbeitet werden. Es ist ebenso normal, nicht sofort dieses wahnsinnige Glücksgefühl über Dein Baby nach der Geburt zu empfinden. Mutterliebe wächst mit der Zeit und muss nicht auf Kommando da sein! Ihr lernt Euch beide ja erst noch kennen!

Das erste Mal Stillen

Das erste Mal Stillen hat leider eine Zeit lang auf sich warten lassen und nicht wirklich funktioniert. Naiv wie ich war, hätte ich nie gedacht, dass es dabei Probleme geben würde, liest man doch überall, dass Babys nach Geburt automatisch die Brust suchen, trinken und glücklich und zufrieden sind. Bei uns kam es jedoch anders. Der Kleine verschlief alles, war zu müde zum Trinken, trank dann falsch, sodass es erst zuhause nach mehrfachen Versuchen und Hilfe durch die Hebamme zu einem erfolgreichen Stillversuch und einem satten Baby kam. In Rücksprache mit anderen Müttern wurde mir klar, dass dies aber keine Seltenheit darstellt, da Babys nach der Geburt häufig sehr müde sind, kaum Unterstützung bei Stillproblemen durch das Krankenhauspersonal erfolgt oder zu viel Druck auf den Müttern lastet und deshalb zu wenig Milch kommt.

Bereits im Geburtsvorbereitungskurs ist es ein großes Thema, das Baby sofort nach der Geburt anzulegen. Der Druck, der dadurch aufgebaut wird, ist enorm und häufig nicht mit der Krankenhausroutine, bzw. den Geburtsfolgen vereinbar. Bei Geburtsverletzungen ist eine Versorgung der Mutter wichtig und das Baby muss erst einmal bei der Begleitperson bleiben. Nicht selten sind Mütter aber auch so von der Geburt mitgenommen, dass sie erst einmal ein bisschen Zeit für sich brauchen. Die Tage im Krankenhaus sind für gewöhnlich von einem straffen Zeitplan des Personals geprägt und eine Untersuchung folgt auf die Nächste. Zwischen Essen und Besuch wird dann versucht, das Baby anzulegen, oft unter Zwang durch die Schwestern und obwohl das Baby schläft. Dabei wird definitiv nicht für eine ruhige und entspannte Stillatmosphäre gesorgt.

Lass Dich nicht beunruhigen, wenn das Stillen die erste Zeit nicht perfekt klappt. Gib der Sache Zeit, denn wenn Stillen etwas nicht ist, dann leicht oder beschwerdefrei. Lege Dein Baby an, wann Du es für richtig hältst. Lass Dich nicht von Schwestern drängen, etwas zu tun, was Dir unangenehm ist. Wenn Du das Gefühl hast, dass jetzt gerade nicht der richtige Moment ist, Dein Baby zum Trinken zu „zwingen“, oder Dir bestimmte Berührungen und Verhaltensweisen widerstreben, dann äußere das! Du und Dein Baby müsst erst lernen, wie Ihr miteinander funktioniert und mit Hilfe Deiner Hebamme oder einer Stillberatung könnt Ihr zuhause in aller Ruhe üben, üben, üben. In unserem Artikel über die 7 häufigsten Still-Probleme findest Du weitere wertvolle Tipps zum Stillen. Und wenn es gar nicht klappen sollte, Du mit der Situation nicht mehr zurechtkommst und der Druck einfach zu groß wird, denke bitte nicht, dass Du eine schlechte Mama bist. Die Hauptsache ist, dass es Dir und Deinem Baby gut geht – und wenn das mit Abpumpen oder Flaschennahrung der Fall ist, dann wird Dein Baby auch damit groß und hat Dich deswegen nicht weniger lieb. Hier hilft Dir unser Ratgeber „Du kannst nicht stillen – es geht auch ohne“ weiter.

Das erste Mal Wickeln

Die ersten Mal Wickeln hat mein Mann unter Anleitung einer Schwester ausgeführt, sodass ich bei meinem ersten Mal Wickeln doch etwas überfordert war: Wo kann ich ihn anfassen, ohne ihm weh zu tun und wie muss ich nochmal die Beine nehmen, damit die Hüfte geschont wird? Wie muss die Windel gelegt sein und die Nabelkompresse angebracht werden, damit der Nabelrest gut geschützt ist? Und wie bekommt man am besten dieses klebrige schwarze Mekonium weg? Am Anfang war Wickeln eine Raketenwissenschaft für mich. Wenigstens hat der Kleine durch sein hohes Schlafpensum meist auch das verschlafen, sodass ich Zeit hatte, die Grundlagen der Babypflege nochmal im Kopf durchzugehen. (Naja, eigentlich hat mir mein Mann alles gezeigt, aber das würde ich ihm nie zugestehen. Ich bin ja schließlich die Mama, die IHM eine Anleitung für Babys geschenkt hat, weil bei mir doch alles in den Mutter-Genen verankert ist. Oder sein sollte.)

Wie auch alles andere, das Du zum ersten Mal mit Deinem Baby machst, lernst du auch zu wickeln und machst es irgendwann sprichwörtlich im Schlaf. Mit der Zeit lernst Du allerhand Tipps und Kniffe wie die in unserem Ratgeber kennen und wirst ein Wickelprofi,  der genau weiß, wie eng die Windel sein darf und was am besten gegen einen wunden Po hilft.

Themenwoche Wickeln

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Genieße die ersten Male

Die ersten Tage mit Deinem Baby sind nicht nur von ersten Malen geprägt, sondern auch von Höhen, Tiefen, Glücksgefühlen und Tränen. Genieße trotz der ganzen Neuerungen die Zeit und setze Dich nicht unter Druck, wenn manche Dinge nicht so funktionieren, wie sie sollten. Zu Hause wird vieles einfacher und Du wirst in den eigenen vier Wänden entspannter in Deine Rolle hineinwachsen. Gib Dir und Deinem Baby Zeit und Ihr werdet ein unzertrennliches Gespann werden.