Dein Baby stillen – „Aller Anfang ist schwer“

Marlen Greb

Niemand hat Dich darauf vorbereitet, dass es SO schwer wird. Man sieht immer die Bilder von friedlich gestillten, kleinen Menschlein, dicht an Mama geschmiegt. Ein wunderschönes Bild. So KANN es sein. Muss es aber nicht. Leider.

Aller Anfang ist schwer…

Dein kleines Baby ist gerade auf der Welt und alles könnte wunderbar sein. Ist es aber nicht. Du hast Schmerzen, bist völlig übermüdet und allgemein überfordert mit der neuen Situation. Und nun willst Du Dein Baby stillen, aber auch das klappt nicht. Du weißt nicht, wie Du Dein Baby anlegen sollst, bist unsicher. Jeder zeigt Dir eine andere Stillposition, mit Stillkissen, ohne Stillkissen, im Liegen, im Sitzen. Dein Baby dockt nicht richtig an, saugt nicht richtig. Es schreit  – es hat Hunger – aber der Milcheinschuss ist noch nicht richtig da. Deine Brustwarzen werden wund, entzünden sich. Es ist schrecklich!

Ich will nicht mehr! Ich stille ab! JETZT! SOFORT!!

Baby trinkt an der BrustIch kann Dir gar nicht mehr sagen, wie oft ich diesen Satz in den ersten Baby-Monaten gesagt habe. Wie oft ich heulend auf dem Sofa saß. UNBEDINGT wollte ich mein Baby stillen. Ich war – und bin noch immer – absolut überzeugt davon, dass Stillen das Beste fürs Kind ist. Und dann war es SO schwer und kompliziert. Darauf war nicht nicht vorbereitet.

All diese „Probleme“: Saugschwäche. Wunde Brustwarzen bis hin zur Brustentzündung. Ein Baby, welches „worst case“ 1,5 Stunden an der Brust trinkt, Dir dann 30-60 Minuten „Ruhe“ gönnt, um dann wieder 1,5 Stunden zu trinken. Das „Entblößen“ in der Öffentlichkeit…

Die ersten Wochen und Monate waren wirklich schrecklich. Flaschenernährung wäre so viel einfacher gewesen. Denn ab und zu – wenn ich nicht mehr konnte – gab’s Fläschchen vom Papa. Und schwupps – trank das Kind zügig und war hinterher satt und zufrieden.

Warum es sich trotzdem lohnt, nicht aufzugeben

Tja, nach meinem Bericht oben fragt man sich tatsächlich, warum ich das Stillen meines Babys nicht einfach hab gut sein lassen, oder?

Was soll ich sagen? Ich WOLLTE so gern stillen und habe mir so GEWÜNSCHT, dass es klappt. Ich war einfach nicht bereit aufzugeben. Also hab ich weitergemacht, allen Widrigkeiten zum Trotz.

Mother and DaughterNach einigen Wochen wurde es auch tatsächlich besser. Die Stillabstände wurden länger und meine Kleine lernte, effektiver zu trinken. Nach einigen Monaten schafften wir es sogar ohne Stillhütchen. Es war toll. Kein Fläschchen schleppen und wärmen, wenn man unterwegs war – immer war direkt alles „griffbereit“ und das Baby zufrieden.

So kam es, dass ich meine Tochter letztlich doch 10 Monate lang stillen konnte. Anschließend wollte sie nicht mehr. Das war für mich in Ordnung. SIE hatte entschieden – nicht ich.

Eine „Schnell-Trinkerin“ wurde meine Kleine trotzdem nie. Aber diese innige, intime Zeit, die ganz allein uns beiden gehörte war einfach wunderschön. Ich möchte sie nicht missen.

Du willst Dein Baby stillen – diese Tipps helfen

Was kann Dir das Stillen erleichtern?

  • Ruhe bewahren, Stress vermeiden: Dies ist vermutlich der schwierigste, tatsächlich aber der wirksamste Tipp, den es gibt – denn nur wenn Du ruhig und entspannt bleibst, „fließt“ es richtig.
  • Mach es Dir bequem: Wo auch immer Du stillst – sorge dafür, dass Du eine bequeme Position hast.
  • Trinke viel!
  • Halte Deine Brust warm – das erleichtert den Milchfluss.
  • Lasse Dein Baby an beiden Brüsten trinken – immer im Wechsel – so vermeidest Du Milchstau.

Produkte für eine angenehme Stillzeit

Stillkissen sind so eine Sache. Man mag sie oder man mag sie nicht. Da hilft nur ausprobieren. Viele Mamas nutzen sie schon zum Schlafen während der Schwangerschaft und auch nach dem Stillen kann man sie noch toll als „Rausfallschutz“ oder Schmusekissen fürs Kind benutzen.

Der Klassiker und sehr beliebt ist das Stillkissen von Theraline.

Eine große Hilfe, besonders bei Stillschwierigkeiten, sind sogenannte Stillhütchen. Sie erleichtern dem Baby das Trinken an der Brust. Besonders empfehlenswert bei Schlupfwarzen.

Die Stillhütchen von MAM passen sich perfekt der Mutterbrust an.

Auch an gut sitzende, praktische Still-BHs solltest Du denken. Stöbere hierfür doch einfach mal durch unsere Kategorie Unterwäsche. Wir zeigen Dir, dass Unterwäsche auch für Still-Mamas sehr schick sein kann.

Auch Still-Bustiers sind sehr bequem, wie dieses hier von Medela.

Damit nichts „danebengeht“ gibt es Stilleinlagen. Hier ist zu überlegen, ob man sich für die Einwegvariante entscheidet, oder ob man lieber waschbare kaufen möchte.

Am beliebtesten bei unseren miBaby-Mamas sind die Einweg-Stilleinlagen von Lansinoh.

Um unabhängiger zu sein – so kann auch mal Papa oder Oma füttern – und auch um die Milchproduktion anzuregen, ist eine Milchpumpe keine schlechte Sache. Es gibt elektronische und auch Handmilchpumpen.

Ganz vorne mit dabei in puncto Beliebtheit ist bei uns die Handmilchpumpe Medela Harmony.

Spucktücher: Man braucht sie immer. Ob nun Stillmama oder nicht – Spucktücher wirst Du viele brauchen, glaube mir, sie werden ganz schnell Dein neuer bester Freund.

Die Spucktücher von Spiegelburg sind klasse: Schön klein zum „Immer-mit-dabei-haben“ und dabei auch noch wirklich hübsch verziert.

 

„Stillen ist Nahrung für Körper und Seele“

Das schreibt Dora Schweitzer in ihrem Buch „Stillen“. Wahre Worte, wie ich finde. Es war einfach eine ganz wunderbare Zeit.

Eins möchte ich aber gern noch loswerden: Dies ist meine Geschichte, mein Erfahrungsbericht zum Thema „Baby stillen“. Selbstverständlich kannst Du zu den Müttern gehören, bei denen es sofort bestens klappt. Vielleicht benötigen Du und Dein Kind aber auch Zeit. Und dann bist Du nach dem Lesen dieses Erfahrungsberichtes vielleicht nicht ganz so „desillusioniert“ und verzweifelt wie ich es war…