Die miBaby-Stilltipps – 10 Fragen rund ums Stillen

Nina Sohns

Stillen ist einfach das Beste für Dein Baby. Doch wie lange solltest Du mindestens stillen? Welche Nahrungsmittel sind in der Stillzeit für Dich tabu? Und welche Stillpositionen gibt es eigentlich? Mit unseren Stilltipps helfen wir Dir weiter und geben Dir Antworten auf 10 häufig gestellte Fragen rund ums Stillen.

1. Warum und wie lange solltest Du Dein Baby stillen?

Deine Muttermilch ist optimal auf die Bedürfnisse Deines Kindes abgestimmt und steht Deinem Kleinen jederzeit hygienisch rein und richtig temperiert zur Verfügung. Studien zeigen, dass durch die Abwehrstoffe in der Muttermilch Stillkinder seltener krank werden und ein geringeres Allergierisiko haben.

Empfohlen wird, mindestens ein halbes Jahr voll zu stillen und dann behutsam mit Beikost anzufangen, die Beikostgabe langsam zu steigern und damit nach und nach die Milchmahlzeiten zu ersetzen. Wie lange Du Deinem Schatz letztendlich zusätzlich die Brust geben möchtest, hängt ganz alleine von Dir und Deinem Baby ab. Wenn Ihr beide bereit seid, ist auch der richtige Zeitpunkt zum Abstillen.

2. Was solltest Du bei Deiner Ernährung in der Stillzeit beachten?

Wie in der Schwangerschaft ist auch in der Stillzeit eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig! Nur schwer definieren lassen sich dabei Lebensmittel, die beim Säugling Blähungen verursachen, wenn Du sie als stillende Mama isst. Dies ist individuell sehr verschieden. Grundsätzlich eher abgeraten wird von Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch, Brokkoli, Blumenkohl und Bohnen. Letztendlich bleibt da aber nur, es auszuprobieren.

Von einigen Nahrungsmitteln wird stillenden Müttern jedoch dringend abgeraten: Aufgrund des Allergierisikos solltest Du in der Stillzeit z. B. auf Erdnüsse verzichten und auch stark belastete Lebensmittel wie Thunfisch während dieser Zeit meiden. Weiterhin können rohe Nahrungsmittel wie Sushi, nicht durchgebratenes Fleisch, Rohmilch oder rohe Eier Krankheiten (z. B. Salmonellen) übertragen und sollten daher nicht auf den Tisch kommen.

Es ist wichtig, als Stillende ausreichend zu trinken, und zwar 2 bis 3 Liter am Tag. Hier eignen sich – neben Wasser – Früchtetee, Rooibostee, Saftschorlen mit wenig Säuregehalt und Stilltee, wie z. B. der Weleda Stilltee. Alkohol ist natürlich auch in der Stillzeit absolut tabu!

Stillen-Baby auf Stillkissen_mini

 

 3. Brauchst Du ein Stillkissen?

Zum Stillen soll man es sich gemütlich machen – das gilt für Mama und Baby gleichermaßen! Zum entspannten Stillen ist ein Stillkissen ein nützlicher Helfer, den Du nicht wieder hergeben wollen wirst, wenn Du einmal in seinen Genuss gekommen bist! Sehr beliebt bei unseren miBaby-Mamis ist das Theraline Stillkissen „Original”, das aufgrund seiner Größe verschiedenste Verwendungsmöglichkeiten bietet.

Warum gerade große Stillkissen auch schon in der Schwangerschaft für viel Entspannung sorgen und was es zum Thema Stillkissen sonst noch alles zu wissen gibt, verraten wir Dir hier.

4. Welche Stillpositionen gibt es?

Grundsätzlich gilt: Bequem für Mama und Kind soll es sein! Und einige Positionen eignen sich beispielsweise unterwegs weniger gut als andere.

Bei allen Stillpositionen solltest Du Folgendes beachten:

  • Ohren, Schultern und Hüften des Kindes sollten eine gerade Linie bilden.
  • Dein Baby muss seinen Kopf ganz leicht nach hinten legen, so bleibt seine Nase frei und es kann problemlos atmen.
  • Das Kinn Deines Babys sollte Kontakt mit Deiner Brust haben.

Hier stellen wir Dir die drei gängigsten Stillpositionen vor:

Wiegehaltung

Stillposition: „Wiegehaltung“

1. Wiegehaltung

In der klassischen Wiegehaltung hast Du Dein Baby auf Brusthöhe dicht am Körper im Arm, sodass Du die Brust nicht anheben musst. Diese Position eignet sich auch am besten für unterwegs.

Der Kopf Deines Babys liegt dabei in Deiner Armbeuge. Ein Stillkissen entlastet Deine Arm- und Schulterpartie dabei optimal und bewahrt Dich vor schmerzhaften Verspannungen. Halte Dein Baby so, dass es die Brustwarze mit seiner Nase berührt und warte, bis es den Kopf leicht anhebt und nach der Brustwarze sucht.

Rückenhaltung

Stillposition: „Rückenhaltung“

2. Rückenhaltung

Bei der Rückenhaltung hältst Du Dein Baby so, dass sein Unterkörper in Richtung Deines Rückens zeigt und drehst seinen Körper zu Dir hin, sodass es mit seinem Bauch an Deiner Seite liegt. Hebe Deine Brust an und berühre damit die Lippen Deines Babys, sodass es seinen Kopf leicht nach hinten neigt, um die Brustwarze zu fassen. Auch hier ist ein Stillkissen hilfreich.

Die Rückenhaltung eignet sich gut für Babys, die Probleme beim  „Andocken“ haben, oder auch, wenn Du das Gefühl hast, dass in der klassischen Wiegehaltung die Brust nicht komplett geleert wurde.

Seitenlage

Stillposition: „Seitenlage“

3. Seitenlage

Die Seitenlage ist vor allem nachts komfortabel, aber auch kurz nach der Geburt, wenn Dir z. B. die Geburtsverletzungen noch Probleme bereiten. Lege Dich bequem auf die Seite und stütze Deinen Rücken ggf. mit einem (Still-) Kissen ab. Drehe Dein Baby so, dass Ihr Seite an Seite liegt und stütze es am besten ebenfalls mit dem Stillkissen. Es sollte etwas unterhalb Deiner Brust liegen, sodass die Brustwarze in Höhe der Nase des Babys liegt. Es wird sich automatisch strecken, um sie zu erreichen. Auf diese Weise zeigt die Nase von der Brust weg und Ihr habt Blickkontakt. Das Kinn des Babys berührt die Brust.

5. Brauchst Du einen speziellen Still-BH?

Ein Still-BH, wie z. B. der Bravado Still-BH „Seamless“ kann Dir das Leben als stillende Mama enorm erleichtern! Dank seiner Stillöffnungen kannst Du Dein Kleines jederzeit und überall problemlos Stillen, ohne jedes Mal Deinen BH öffnen, hochschieben oder gar ausziehen zu müssen. Mehr zum Thema Still-BHs findest Du in unserem Ratgeber: „Still-BHs – Wieso, weshalb, warum?“

Stillende Mutter

6. Wie kannst Du unterwegs entspannt stillen?

Als stillende Mami wirst Du nicht darum herumkommen, auch mal unterwegs Dein Kleines zu füttern. Hierbei hast Du die beiden Möglichkeiten, unterwegs zu stillen, oder Milch abzupumpen. Hast Du Dir schon Gedanken darüber gemacht, neben dem passenden Still-BH lieber mit einem Still-Shirt oder alternativ einem Stilltuch diskret in der Öffentlichkeit zu stillen? Und was macht ein Stilltuch zu einem so praktischen Helfer? Alles hierzu sowie die komfortabelste Stillposition für unterwegs findest Du in unserem Ratgeber Stillen unterwegs – so klappt es!.

7. Welche Probleme können auftreten?

Ein häufig auftretendes Problem ist der Milchstau. Dies sind verstopfte Milchkanäle, die in der Regel dadurch entstehen, dass Dein Kleines Deine Brust nicht richtig „leer getrunken“ hat. Hier kann es helfen, häufiger die Stillposition zu wechseln, damit Dein Baby die Milch aus der kompletten Brust trinkt. Aber auch ein zu enger BH kann zu Milchstau führen. Achte auf jeden Fall darauf, dass Dein Still-BH richtig sitzt! Mehr Informationen zum Still-BH-Kauf findest Du hier. Trage nachts vielleicht besser ein weiches, flexibles Bustier, wie das Medela „Still-Bustier“.

Weiterhin haben viele Frauen in der Stillzeit – zumindest anfangs – mit wunden Brustwarzen zu kämpfen, zu denen es kommen kann, wenn das Baby nicht richtig angelegt wird. Linderung bei wunden Brustwarzen verschafft z. B. die Lansinoh Brustwarzensalbe „HPA Lanolin“. Sie ist frei von Duftstoffen, muss vor dem Stillen nicht abgewaschen werden und verfälscht nicht den Geschmack der Muttermilch.

Erfahre hier mehr zu diesen und weiteren typischen Stillproblemen und wie Du damit umgehen kannst!

8. Was, wenn die Zähnchen kommen?

Natürlich kannst Du auch weiter stillen, wenn bei Deinem Schatz die Zähne kommen. Sicherlich machst Du Dir Gedanken ums Beißen. Sobald Dein Kleines jedoch „angedockt“ ist, kann es nicht gleichzeitig trinken und beißen, denn seine eigene Zunge ist im Weg, solange es saugt. Sei aber achtsam, wenn der Hunger nachlässt und es nur noch nuckelt statt richtig zu saugen und dadurch zu „spielen“ anfängt.

Wenn es dann mal zu einem Biss kommt, kann es sogar sein, dass sich Dein Baby durch Deine heftige Reaktion (z. B. einen Aufschrei) derart erschreckt, dass es nicht wieder beißt. Andernfalls entziehe dem Kleinen jedes Mal die Brust für einen Moment, sodass es versteht: „Wenn ich beiße, bekomme ich von Mama nichts mehr!“

9. Brauchst Du eine Milchpumpe?

So manche Mama kommt die komplette Stillzeit ohne aus, viele möchten keinesfalls darauf verzichten. Unumgänglich ist eine Milchpumpe natürlich vor allem dann, wenn Du das Füttern mal Papa oder den Großeltern überlassen möchtest oder musst. Sofern Dein Kleines neben der Brust die Flasche akzeptiert, wird das ein großes Stück Freiheit bedeuten!

Für gelegentliches Abpumpen nutzen viele Mamas z. B. die Lansinoh Handmilchpumpe. Deutlich komfortabler für regelmäßiges Abpumpen ist jedoch ein elektrisches Modell. Sehr beliebt bei unseren miBaby-Mamis ist die elektrische Milchpumpe „Swing“ von Medela.

Mehr zu der Frage ob Du eine Milchpumpe brauchst und wenn ja, welches Modell für Dich das richtige ist, findest Du hier!

10. Muttermilch aufbewahren – wie und wie lange?

Beim Aufbewahren abgepumpter Muttermilch gibt es einige Dinge zu beachten! So sollten, je nach Aufbewahrungsort, bestimmte Aufbewahrungsfristen eingehalten werden. Die Behälter, in denen Du die Muttermilch lagerst, müssen unbedingt steril sein! Nimm hier beispielsweise die vorsterilisierten Lansinoh Muttermilchbeutel um auf der sicheren Seite zu sein. Wie lange ist Muttermilch unter den jeweiligen Bedingungen haltbar und was solltest Du sonst noch zum Thema Milch abpumpen wissen? Erfahre das Wichtigste dazu hier.

Viele weitere Infos und Stilltipps findest Du auch im Koesel Ratgeber „Das Begleitbuch für eine glückliche Stillzeit“.

Gib keinesfalls zu früh auf, wenn es erstmal nicht perfekt läuft! Mama und Baby brauchen immer etwas Zeit um ein eingespieltes „Stillteam“ zu werden. Doch mit Geduld und unseren Stilltipps wird es bestimmt klappen. Genieße die Stillzeit − sie ist etwas ganz Besonderes!