Die richtige Ernährung in der Stillzeit für Dich und Dein Baby

Katharina

Wenn Du stillst haben die Nahrungsmittel, die auf Deinem Speiseplan stehen, nicht nur Einfluss auf Dich, sondern auch auf Dein Baby. Wir haben wertvolle Tipps gesammelt, was es bei der Ernährung während der Stillzeit zu beachten gilt.

Schon beim Stichwort Schwangerschaft hast Du vielleicht unter anderem an hemmungsloses Schlemmen gedacht. Endlich so viel essen, wie Du willst, wann Du willst. Und das auch noch ohne schlechtes Gewissen, da Du ja nun für zwei essen musst. Bald folgte jedoch die Erkenntnis, dass man dieses Prinzip lieber nicht allzu wörtlich nehmen sollte. So musstest Du Dich wohl oder übel doch von einigen Lebensmitteln verabschieden, die im Verdacht stehen, Deinem kleinen Bauchbewohner nicht unbedingt gut zu tun. Man könnte jetzt meinen, dies habe sich mit der Geburt Deines Babys erledigt. Doch auch nun gibt es in Sachen Ernährung in der Stillzeit so einiges zu beachten. Denn in kleinen Mengen gelangt alles, was Du zu Dir nimmst, durch die Muttermilch auch zu Deinem Kind.

Baby wird gestillt

Die Basics

Grundsätzlich solltest Du auch während der Stillzeit die üblichen Prinzipien für gesunde Ernährung beachten. Das heißt, möglichst abwechslungsreich und ausgewogen zu essen. Bei pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Getreide kannst Du ohne schlechtes Gewissen zugreifen. Auch tierische Produkte wie Milch, Ei, Fleisch und Fisch kannst Du in Maßen genießen. Etwas sparsamer sollte man hingegen mit sehr fettigem oder süßem Essen umgehen, was vor allem Fastfood und Snacks für zwischendurch betrifft. Allgemein kannst Du Dir Folgendes merken: Je mehr Du in Deinen Gerichten selbst frische Lebensmittel verarbeitest, desto gesünder sind diese meist auch. Während der Stillzeit benötigt natürlich Dein Baby einen Großteil Deiner Zeit. Doch es gibt auch viele leckere, gesunde UND schnelle Rezepte. Oder vielleicht hast Du ja auch Glück und nette Eltern oder Schwiegereltern bringen ab und zu mal was Leckeres mit. 😉 Also keine Sorge: Wenn Du bewusst auf Deine Ernährung achtest, hast Du schon das Allermeiste richtig gemacht.

Worauf Du besser verzichten solltest

Auch wenn es vielleicht albern klingt: Vor der Schwangerschaft hast Du Dein Essen vermutlich in die Kategorien ,,lecker“ und ,,schmeckt mir nicht“ oder ,,gesund“ und ,,ungesund“ eingeteilt. Sobald Du stillst, ändert sich dies und Du wirst mit hoher Wahrscheinlichkeit alles was Du isst den Kategorien ,,blähend“ oder ,,nicht blähend“ zuordnen. Natürlich nicht für Dich, sondern für Dein Baby. Häufige Auslöser für Bauchschmerzen bei Babys sind Brokkoli, Kohlgemüse, Zwiebeln, Knoblauch und Hülsenfrüchte. Allgemein solltest Du immer aufmerksam beobachten, wie Dein Baby auf welches Lebensmittel reagiert. Kommt es zu Hautreaktionen, einem wunden Po, Unruhe, einer Veränderung der Atmung oder des Stuhlgangs, ist es ratsam, die Lebensmittel, die der Auslöser hierfür waren, erst einmal aus dem eigenen Speiseplan zu streichen.

SONY DSC

Ausnahmen bestätigen die Regel

Wie ein Baby auf ein jeweiliges Nahrungsmittel reagiert, kann durchaus sehr unterschiedlich ausfallen. Was ein anderes Baby überhaupt nicht verträgt, kann bei Deinem eigenen vielleicht überhaupt kein Problem darstellen. Also darf man Tipps aus Ratgebern für die Stillzeit, dem Internet, von Müttern, Tanten und Co. zwar zur Hilfe nehmen, aber ruhig als Richtlinien und nicht immer als in Stein gemeißelt betrachten. Im eigenen Alltag gilt dann vielmehr der Grundsatz: ,,Probieren geht über Studieren“. Dann weißt Du z. B., ob Dein Baby genauso wie das Baby Deiner Nachbarin bei scharfen Essen unruhig wird oder nicht. Mit der Zeit sammelst Du also gemeinsam mit Deinem kleinen Liebling immer mehr eigene Erfahrungswerte und Euer Speiseplan wird sich mehr und mehr einpendeln.

Trinken nicht vergessen

Bei all den Tipps rund ums Essen vergessen Frauen häufig, wie wichtig eigentlich das Trinken ist. Besonders während der Stillzeit benötigt Dein Körper ausreichend Flüssigkeit, um auch genügend Milch für dein Baby produzieren zu können. Daher solltest du ruhig täglich 2 bis 2,5 Liter trinken. Am besten geeignet sind hierfür Wasser und ungesüßte Kräutertees. Mit kohlensäurehaltigen Getränken, Fruchtsäften und Früchtetees solltest Du lieber sparsam umgehen. Salbei und Pfefferminz verringern sogar die Milchproduktion. Getränke mit Koffein wie Kaffee, Cola, Schwarztee und Energydrinks haben eine anregende Wirkung auf Babys und machen sie daher schnell unruhig. Daher solltest Du sie wenn überhaupt nur in möglichst kleinen Mengen zu Dir nehmen. Auf Alkohol sollte lieber völlig verzichtet werden. Ein neues Getränk in Deinem Ernährungsplan könnten von nun an außerdem verschiedene Milchbildungstees werden, wie z. B. der Weleda Stilltee. Die in ihnen enthaltenen Gewürze kurbeln einerseits die Milchbildung an und haben außerdem einen positiven Effekt auf Babys Verdauung.

Gewicht unzufrieden

Vorsicht bei Diäten

Der Blick in den Spiegel oder auf die Waage weckt in vielen frischgebackenen Müttern den Wunsch danach, ihren überschüssigen Schwangerschaftskilos den Kampf anzusagen. Wenn Du stillst, solltest du das Ganze aber eher vorsichtig angehen. Denn durch zu schnelle Gewichtsabnahme hervorgerufen, geraten Giftstoffe durch die Muttermilch zu Deinem Kind. Vergiss dabei nicht: Stillen ist der ultimative Fettkiller! Während dieser Zeit verbrennst Du ca. 400 bis 600 Kalorien mehr pro Tag, ohne dass Du zusätzlich noch irgendetwas beachten müsstest. Wenn Dir das trotzdem zu langsam geht, spricht natürlich nichts gegen eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie mäßigen Sport, wenn Dein Körper nach Absprache mit Deinem Arzt wieder bereit dazu ist.

Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Bei einer ausgewogenen und vitaminreichen Ernährung sind Nahrungsergänzungsmittel eigentlich nicht unbedingt notwendig. Was Dein Baby zusätzlich braucht, ist Vitamin D. Das Rezept für die entsprechenden Tabletten wird Euch Euer Kinderarzt ausstellen. Was Dich selbst betrifft, solltest Du aufmerksam auf die Signale achten, die Dir Dein Körper sendet. Müdigkeit und Schlappheit müssen nicht immer nur Folge von Schlafmangel sein, sondern könnten – wie in der Schwangerschaft auch – während der Stillzeit ein Hinweis auf einen Eisenmangel sein. Eine Ausnahme bildet das Jod. Dem durch das Stillen erhöhten Jodbedarf kann man allein durch die Ernährung kaum nachkommen. Daher nehmen viele stillende Mütter zusätzlich Jodtabletten zu sich. Denn dieses ist besonders wichtig für die körperliche und geistige Entwicklung von Babys.

Die Ernährung in der Stillzeit muss also keineswegs nur von Verzicht geprägt sein. Wenn Du Deinen Speiseplan bewusst gestaltest, ist es gar nicht so schwer, die Dinge auszusuchen, die Dir und Deinem Schatz besonders gut tun.