„Hilfe, es klappt nicht!“ Die 7 häufigsten Probleme beim Stillen und wie Du damit umgehen kannst

Marlen Greb

Eigentlich hast Du Dir das Stillen ganz leicht vorgestellt – schließlich ist es doch die natürlichste Sache der Welt: Du warst der Meinung, Dein kleiner Babymensch und auch Deine Brust seien quasi aufs Stillen programmiert. Doch nicht immer ist es so einfach…

Eigentlich hattest Du – noch schwanger – gedacht, Stillen wäre ganz einfach:

Brust raus + Baby dran = Baby ist satt, zufrieden und glücklich.

Eine ganz einfache Gleichung. Keine Frage, so kann es sein. Aber leider ist es nicht immer so und es ergeben sich häufiger Probleme beim Stillen als erwartet.

Denn es liegen so einige Stolpersteine auf dem Weg zur harmonischen Stillbeziehung, die es zunächst aus dem Weg zu räumen gilt. Denn nur wenn Baby und Mama entspannt sind und sich wohlfühlen, „fließt“ es richtig.

Die 7 häufigsten Probleme beim Stillen und wie Du damit umgehen kannst

1. Du bist unentspannt und findest keine bequeme Stillposition

Hier kann ein gutes Stillkissen Abhilfe schaffen. In der Regel gelingt es mit einem Stillkissen deutlich besser, eine bequeme Position für Mama und Baby zu finden.

Viele Mamas nutzen ihre Stillkissen bereits während der Schwangerschaft zum Schlafen und auch nach dem Stillen kann man sie noch toll als „Rausfallschutz“ oder Schmusekissen fürs Kind benutzen.

Mehr Informationen rund um Dein perfektes Stillkissen findest Du in unserem Ratgeber „Was musst Du beim Kauf eines Stillkissens beachten?“.

2. Saugverwirrung

Dieses Problem beim Stillen kommt durch den zu frühen Einsatz von Schnuller und Fläschchen leider viel zu häufig vor. Denn in den ersten Wochen nach der Geburt sollten diese bestenfalls gar nicht zum Einsatz kommen. Es besteht dann die Möglichkeit, dass das Baby sozusagen falsch „geprägt“ wird – nämlich auf einen unnatürlichen Sauger.

Doch was tun, wenn das Kind bereits eine Saugverwirrung hat? Wie gewöhne ich es wieder an die Brust, ohne das Stillen völlig genervt aufzugeben?

Eine Möglichkeit, Dein Baby wieder an die Brust zu gewöhnen, ist ein Brusternährungsset wie das Medela Brusternährungsset. Mit diesem ist es möglich, Dein Kleines zuzufüttern, während es an Deiner Brust trinkt. Das Brusternährungsset stimuliert außerdem die Milchproduktion und Dein Baby lernt dadurch, wieder effektiv an der Brust zu trinken.

Und muss es doch mal ein Fläschchen statt der Brust sein, erhältst Du in unserem Ratgeber alle Informationen, welche Sauger am besten geeignet und am stillfreundlichsten sind: „Was sind die besten Fläschchen und Sauger?

3. Eine besondere Form der Brustwarzen

Grundsätzlich kann ein Baby lernen, an jeder Brust(warzen)form zu trinken. Es gibt jedoch Formen, an denen es vielleicht etwas mehr Übung und „Zug“ braucht. So z. B. bei Schlupfwarzen, die das Baby oftmals etwas schwerer zu fassen bekommt. Hier kann es helfen, die Warzen vor dem Stillen durch Zupfen etwas zu stimulieren – die Brustwarzen heben sich dadurch besser hervor.

Eine große Hilfe gegen Probleme beim Stillen sind sogenannte Stillhütchen. Diese können Deinem Kleinen das Trinken an der Brust erheblich erleichtern. Die Stillhütchen von Medela sind bei Anlegeschwierigkeiten und Schmerzen beim Stillen einsetzbar – und sind nicht nur deshalb bei den Mamis sehr beliebt: Auch für unterwegs sind die Brusthütchen wegen der im Lieferumfang enthaltenen Aufbewahrungsbox sehr praktisch!

Schau auch in unseren Artikel „Was musst Du beim Kauf von Stillhütchen beachten?“ für mehr Infos rund um „Stillhilfen“.

4. Du hast zu wenig Milch

Im Grunde haben nur sehr wenige Frauen „zu wenig Milch“. Durch das „Angebot-und-Nachfrage-Prinzip“ reguliert der Körper in der Regel sehr gut selbst, wie viel Milch Dein Baby gerade benötigt.

Möchtest Du jedoch Deine Brust anregen, mehr Milch zu produzieren, so kannst Du zwischendurch immer mal wieder etwas Milch abpumpen. Deine Brust wird sich rasch dem neuen „Bedarf“ anpassen.

Man unterscheidet elektrische und Handmilchpumpen.

Wir können Dir fürs gelegendliche Abpumpen die Handmilchpumpe Medela Harmony sehr empfehlen. Sie ist kostengünstig und leicht anzuwenden.

Mehr Informationen rund um Milchpumpen und wie Du das richtige Produkt für Deine Bedürfnisse auswählst, findest Du in unserem Ratgeber „Was musst Du beim Kauf einer Milchpumpe beachten?“

5. Wunde Brustwarzen

Wunde Brustwarzen sind wirklich gemein. Sie entstehen schnell, wenn man noch unerfahren ist und Mutter und Kind noch kein „eingespieltes Team“ sind – sprich, das Baby falsch angelegt wird.

Auch wenn Dein Kleines sehr hastig trinkt oder gerade zahnt, kann es zu wunden Brustwarzen kommen.

Das wohl beste Mittel gegen wunde Brustwarzen ist tatsächlich Muttermilch selbst und frische Luft. Also wann immer es geht, die Brust „offenlegen“, etwas Muttermilch aufstreichen und diese trocknen lassen.

Viele Mütter und Hebammen empfehlen auch Auflagen aus Schwarzteebeuteln. Hierzu einfach den Teebeutel kurz in heißem Wasser ziehen lassen, abkühlen lassen und ausgedrückt hinter die Einmalstilleinlage auf die Brustwarze legen.

Eine sehr gute Salbe gegen wunde Brustwarzen ist zudem die „HPA Lanolin“ Salbe von Lansinoh. Diese ist völlig unbedenklich und muss auch vor dem Stillen nicht abgewaschen werden.

Schau auch in unseren Ratgeber „Was sind die besten Brustwarzenpflege-Produkte“.

6. Milchstau

Wie der Name schon sagt, bezeichnet man als Milchstau gestaute Muttermilch in den Milchkanälen. Meist ist dies sehr schmerzhaft, die Brust fühlt sich „prall“ und „knotig“ an – nicht selten ist sie stellenweise gerötet.

Am häufigsten entsteht ein Milchstau durch eine ungenügende Entleerung. Für dieses Problem beim Stillen kann es vielfältige Ursachen geben – vielleicht hat Dein Kind länger geschlafen als sonst oder Du hast mehr Milch als Dein Baby trinken kann. Auch ganz zu Beginn, wenn der Bedarf noch nicht so recht angepasst ist, kommt ein Milchstau häufig vor.

Ebenfalls kann das Tragen eines schlecht sitzenden BHs zu einem Milchstau führen. Du solltest daher unbedingt an gut sitzende, praktische Still-BHs denken. Tolle Angebote und viele komfortable Modelle findest Du in unserer Kategorie Still-BHs – einfach hier tippen.

Auch spezielle Bustiers für das Stillen sind sehr bequem, wie etwa das Medela Still-Bustier.

In unserem Ratgeber „Was musst Du beim Kauf eines Still-BHs beachten?“ erfährst Du noch viel mehr rund um das Finden des für Dich richtigen Still-BH’s. Schau doch mal vorbei!

Damit sich der Milchstau gut lösen kann, ist es wichtig, dass die Brust effektiv geleert wird. Sei hier auch ruhig „kreativ“ beim Anlegen Deines Babys, damit es genau die Stelle leer trinkt, die gerade verhärtet ist.

7. Brustentzündung (Mastitis)

Bei der sogenannten Mastitis handelt es sich um eine Entzündung oder Infektion der Brust. Meist entsteht diese durch das Eindringen von Keimen – beispielsweise durch wunde Brustwarzen. Es entstehen im Folgenden rote, harte Stellen an der Brust und diese fühlt sich heiß und geschwollen an. Zunächst verwechselt man die Brustentzündung daher oft auch mit einem Milchstau. Kommen nun jedoch noch Schüttelfrost, Erschöpfung und Fieber hinzu und allgemein ein grippiges Gefühl, so hast Du es vermutlich mit einer Mastitis zu tun.

Gehe bitte umgehend zu einem Arzt! Dieser wird je nach Schwere der Infektion in der Regel ein Antibiotikum verschreiben, womit es Dir rasch besser gehen wird. Die Antibiotika, die bei Mastitis verschrieben werden sind für Babys verträglich. Du kannst – und solltest – also unbedingt weiterstillen.

Versuche, so viel Ruhe wie nur möglich zu bekommen. Auch Massagen, das Ausstreichen der Brust und kalte oder warme Kompressen helfen. Die Brustkissen „Thera Pearl“ von Lansinoh sind hierfür besonders klasse. Sie passen sich optimal der Brust an und schaffen Erleichterung.

Und: Gib nicht auf. Wenn es richtig „läuft“, ist das Stillen ein wunderbarer, intimer, mit nichts zu vergleichender Moment, der ganz allein Euch beiden gehört. ♥