Stillen macht schlau!? Thema „Stillen Intelligenz“

Anja Lazar

„Milch macht keinen Unterschied“ titelt Süddeutsche.de am 5. Mai 2014. Stillen hat weniger positive Effekte für Dein Baby, haben aktuelle Studien festgestellt. Gideon Koren ist einer der Kritiker. miBaby hat für Dich im Artikel die wichtigen Fakten aufgespürt…

 

Thema „Stillen Intelligenz“- wichtiger Inhalt der Muttermilch

Nur das Beste für Dein Baby? Du möchtest stillen? Oder fütterst eine Säuglingsnahrung, die langkettige, ungesättigte Fettsäuren (LC-PUFA) enthält, genauso wie die Muttermilch? Diese Fettsäuren sind nicht in Kuhmilch. Daher hat man lange Zeit geglaubt, dass die LC-PUFAs gut sind für die Entwicklung des Gehirns von Babys.

Muttermilch macht laut Fachleuten das Risiko für Durchfall, Ohrentzündung und späterem Übergewicht im Vergleich zu nicht gestillten Kindern kleiner. Stillen fördert also die Gesundheit – aber sind gestillte Kinder auch schlauer als ihre Altersgenossen?

„Kritiker wie der Kinderarzt Gideon Koren von der Universität Toronto bezweifeln, dass die Inhalte von Muttermilch schlau machen. Er hat  2013 eine Studie zu diesem Thema geschrieben. Koren glaubt, dass andere Dinge in der Umwelt von gestillten Kindern diesen Effekt verursacht haben.

Studien aus weniger entwickelten Ländern zeigen keinen Unterschied bei einem Vergleich zwischen der Intelligenz von Still- und Flaschenkindern. Das verstärkt die Zweifel am Fördereffekt der Muttermilch. „Diesen Unterschied müsste man finden, wenn wirklich ein Zusammenhang bestehen würde.“, sagt Gideon Koren.“

Thema „Stillen Intelligenz“- Aktuelle Forschung

In einer anderen Studie konnte bei Schwangeren, die LC-PUFA-Fette als Tablette einnahmen, kein guter Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns des Babys festgestellt werden. Seit einigen Jahren setzen auch viele Hersteller LC-PUFAs der Säuglingsnahrung zu. Es konnte aber noch nicht bewiesen werden, dass diese Flaschenmilch der Gehirnentwicklung von Kindern hilft oder sie dadurch schlauer werden.

„Nun geben zwei aktuelle Forschungen den Zweiflern recht. Sie legen nahe, dass Muttermilch allein wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns und die Intelligenz hat. Das schließt z. B. die US-Forscherin Colen aus Daten einer Langzeitstudie. In der Studie waren 1773 Geschwisterkinder, die unterschiedlich gefüttert wurden. Mindestens ein Kind wurde gestillt, andere bekamen Ersatznahrung. Es gab keine starken Unterschiede in der Lebensumwelt der Familien.

Cynthia Colen untersuchte die Entwicklung der Kinder im Alter zwischen vier und 14 Jahren. Sie schaute sich Körpergewicht und Asthma und dazu Leseverständnis, Zahlenverständnis und Leistungen in der Schule an.

Das Ergebnis: Die gestillten Kinder waren in der Entwicklung des Gehirns den Anderen nicht voraus. Die Gesundheit der Kinder war fast gleich. Auch wenn die Mütter lange stillten. „Der vermutete Einfluss des Stillens auf die Gesundheit des Kindes könnte überschätzt sein“, sagt Colen. Zwar seien gestillte Kinder eher schlank, aber auch das dürfte an sozialen Unterschieden liegen, vermutet die Forscherin.“

Ben Gibbs ist Soziologe an der britischen Brigham University. Er hat in einer Studie mit 7500 Mamis und ihren Kindern die verschiedenen Ernährungsweisen untersucht. Erstmals hat er genaue Daten über den Umgang der Mami mit dem Baby im ersten Lebensjahr gesammelt und mit der Entwicklung des Gehirns und der Intelligenz nach vier Jahren verglichen.

„Dabei ergab sich zwar wiederum ein Vorsprung für gestillte Kinder. Doch Gibbs konnte zeigen, dass diese einen feinfühligeren Umgang hatten. „Kinder, auf deren Gefühlslagen eingegangen wurde und die zudem ab dem 9. Monat täglich ein Buch vorgelesen bekamen, hatten mit vier Jahren einen Vorteil von immerhin zwei bis drei Monaten gegenüber gleichaltrigen Kindern“, so Gibbs. Schon Studien davor hatten belegt, dass regelmäßige Lesestunden ab dem ersten Lebensjahr den IQ von Schulkindern um sechs Punkte erhöhen können.

Natürlich raten Fachleute weiterhin zur Muttermilch. „Stillen hat ja auch noch andere, bewiesene Vorteile“, so Gibbs. Und auch Klaus Vetter, Sprecher der Nationalen Stillkommission, bezeichnet das Stillen als „gut und einfach“. „Man macht damit keinen Fehler“, sagt der Berliner Frauenarzt.

Stillen, räumt er ein, sei aber wohl nur ein kleiner Faktor, wenn es um Dinge wie Intelligenz und Bildung gehe. Das habe der Kinderarzt Remo Largo in den Züricher Langzeitstudien, die über mehr als 50 Jahre gehen, belegt.

„Frauen, die nicht stillen können oder wollen, sollte man also nicht verurteilen“, so Vetter.“

Muttermilch ist also der Flaschennahrung nicht weit vorraus. Die liebevolle Bindung beim Stillen kann auch ein „Flaschenkind“ beim gefüttert werden erfahren. Die Entwicklung Deines Lieblings hängt von vielen Faktoren ab. Die WHO empfiehlt, dass ein Baby 6 Monate lang nur gestillt werden sollte, zusätzlich zur Beikost und der Familienkost kann die Stilldauer dann 2 Jahre betragen.

LC-PUFA-Fette allein machen nicht schlau, und Muttermilch fördert nicht die Entwicklung des Gehirns. Die Umgebung, in der Dein Baby aufwächst und lebt, fördert die Intelligenz mehr als die Nahrung, die Du ihm gibst.

Das miBaby-Fazit: Liebe lässt Dein Baby wachsen. Ob die Milch von Dir oder aus der Flasche kommt, wird sich nicht zum Vor- oder Nachteil für Deinen Sonnenschein auswirken. Und liebevolle Zuwendung bei gemeinsamen Lesestunden ist ein Tipp der Studie des Soziologen Ben Gibbs, dem doch prima nachzukommen ist? Lesefutter für Deinen kleinen Bücherwurm findest Du hier

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