Still-Verbot in der Öffentlichkeit? Nicht mit uns!

Katharina Grammel

Models oben ohne sind kein Problem, eine stillende Mami schon? Dein Baby schreit, Dein Baby hat Hunger. Es sollte gestillt werden und zwar immer und überall. Keine Diskussion!

Schau Dich mal in Deiner Stadt um: Überall hängen Plakate mit leicht bekleideten Damen. Du wirst auch Frauen begegnen, die sich sehr offenherzig kleiden und tiefe Einblicke gewähren. Völlig selbstverständlich.

Nun sitzt Du in einem Café und Dein Baby bekommt Hunger. Was tun? Klar, Du stillst es. Ganz diskret, vielleicht hast Du Dir sogar ein Tuch übergelegt. Eigentlich kann niemand etwas sehen. Trotzdem erntest Du schiefe Blicke und wirst im schlimmsten Fall sogar aus dem Café geworfen. Unvorstellbar? – Leider nicht selten traurige Realität für viele junge Mamas.

Ist ein Still-Verbot gerechtfertigt?

Still-Verbot klingt wirklich schrecklich. Mamis, die ihre Kinder mit der Flasche füttern, werden daran selbstverständlich nirgends gehindert. Weshalb also sollen stillende Frauen ihr Baby in Cafés, Restaurants oder an öffentlichen Plätzen nicht ebenfalls füttern dürfen?

Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, sagt zum Stillen in der Öffentlichkeit: „Still-Verbote in Cafés, wie sie in jüngster Zeit vereinzelt ausgesprochen werden, benach­teiligen Mütter ohne sachlichen Grund – und sind eine Diskriminierung wegen des Geschlechts.“

Der Inhaber eines Lokals darf Dich also nicht einfach aus dem Lokal werfen, weil Du Dein Kind stillst. Er kann Dich höchstens auffordern, diskret an einem anderen Platz oder auch in einem anderen Raum zu stillen.

Objekt der Begierde: Ja! – Nahrungsquelle: Nein?

Nicht nur Erotikmodels laufen oft sehr freizügig in der Öffentlichkeit herum, auch FKK-Angebote erfreuen sich großer Beliebtheit und in der Werbung braucht es erst ein neu geschaffenes Anti-Sexismus-Gesetz, um nackte – weibliche – Tatsachen nicht für jedes noch so zusammenhangslose Produkt zweckentfremdet zu sehen. Warum also gilt es einigen Leuten als „Belästigung“, wenn eine Mama ihr kleines Baby mit der Brust füttert?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt das ausschließliche Stillen in den ersten sechs Monaten und begleitendes Stillen bis zum zweiten Geburtstag. Frischgebackenen Mamis wird es nicht gerade leicht gemacht, diese Empfehlung in jeder Situation durchzuziehen. Wenn Du lange stillst, musst Du Dir einen Panzer zulegen, damit Blicke und Sprüche daran abprallen. So auch beim Stillen in der Öffentlichkeit.

Hab Mut! Trau Dich!

Wir von miBaby unterstützen Dich und alle Mamis, die ihre Babys stillen wollen; egal wann! Egal wo! Die Mamis aus unserer Redaktion sagen: Du hast es in der Hand: Trau Dich und stille immer und überall – natürlich auch in der Öffentlichkeit – wenn Dein kleiner Schatz danach verlangt. Es kann nicht sein, dass sich stillende Mütter einschließen und das Haus nicht mehr verlassen, weil sie Angst haben, unterwegs stillen zu müssen. Nein!


Stört Dich der Anblick einer stillenden Mami in einem Café?
Dann solltest Du Deinen Kaffee lieber zuhause trinken.


Natürlich ist es nicht jedermanns Sache, seine Brüste zu zeigen. Das ist aber auch gar nicht notwendig. Mit speziellen Stilloberteilen und Still-BHs wird nur ein kleiner Teil Deiner Brust offengelegt, der dann ohnehin von Babys Kopf verdeckt wird. Im Grunde sieht man kaum noch, dass Du gerade Dein Baby fütterst. Welche Still-Oberteile unsere Redaktion empfiehlt – auch einen günstigen Spartipp – verraten wir Dir, wenn Du hier tippst.

Wenn wir Mamis nicht den Anfang machen und ganz selbstverständlich an jedem Ort stillen, wird sich auf Dauer an den Einstellungen der uneinsichtigen Kritiker nichts ändern. Gott sei Dank sind solche Vorkommnisse bei uns – etwa im Vergleich mit den deutlich prüderen USA – eher selten, dass stillende Mütter aus einem Café oder Restaurant geworfen werden. Und dennoch ist es immer wieder notwendig, als Mamas für diese natürlichste Sache der Welt energisch einzustehen. Wir von miBaby stehen dabei hinter Euch!