5 Geheimtipps für den Kreißsaal von miBaby-Hebamme Janika

Werdende Mamis gehen ganz unterschiedlich vorbereitet in den Kreißsaal, die einen wissen ganz genau über alle bevorstehenden Abläufe Bescheid und andere haben nur wenige Kenntnisse, um sich nicht zu sehr verrückt zu machen. Ganz egal, welcher Typ Du bist! Janika, die Hebamme von miBaby, hat fünf Geheimtipps, die jede Mama kennen sollte.

1. Tipp: Halte Dir den Kopf frei!

Fast jede Frau bzw. jedes Paar hat sich mit einem Geburtsvorbereitungskurs auf die nahende Geburt vorbereitet. In wenigen Stunden bekommt man dort Tipps, Atemtechniken und weitere hilfreiche Dinge mit auf den Weg. Darüber hinaus ist auch Deine eigene Hebamme dafür da, um Fragen zu klären und Ängste zu nehmen. Das heißt: Du gehst wahrscheinlich mit jeder Menge Infos in den Kreißsaal, bei denen es gut ist, dass Du sie kennst und weißt. Allerdings gilt dann im Kreißsaal: Mach Dich frei, entspanne Dich, und ganz wichtig: Vertraue dem Personal im Geburtshaus bzw. Krankenhaus. 
Mein persönlicher Tipp: Mache Dir niemals Gedanken darüber, was andere Menschen in diesem intimen Moment der Geburt von Dir denken könnten. Das ist zum einen völlig egal! Andererseits kennen sowohl Hebamme als auch Arzt diese Situation aus jahrelanger Erfahrung. Auch wenn es für Dich unangenehm sein kann, für das Fachpersonal ist das absolute Routine! Was vielen Mamis auch hilft ist, dass sie ihre Begleitperson (egal ob Papa des Kindes, Mama oder Freundin) als Sprachrohr nutzen. 
Also lass Dich fallen und vertraue, denn nur so können Hebamme, Ärzte und Co. ihren Job problemlos machen. Abgesehen davon überträgt sich Dein Stress auch auf Dein Baby, was gerade während der Geburt nicht gerade förderlich ist. Dein Schatz spürt Deine Aufregung und ist dann auch im Stress. Also nur die Ruhe bewahren, auch wenn das einfacher gesagt ist als getan! Eine Geburt ist immer wieder etwas Unbekanntes, Spannendes – aber auch sehr Schönes.

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2. Tipp: Die Begleitperson – eine Nervenfrage

Wusstest Du, dass es erst seit den 1970er Jahren üblich ist, dass der Partner bzw. Kindsvater die werdende Mama bei der Geburt begleitet? Bis dahin war der Kreißsaal nur für Ärzte, Hebammen und Schwangere bestimmt. Mittlerweile hat man das Gefühl, dass Väter – egal ob sie möchten oder nicht – einfach mit in den Kreißsaal geschleppt werden. Das ist auch eine Entwicklung, die ich als Hebamme beobachte. Viele der werdenden Väter wollen das natürlich, gar keine Frage! Aber es gibt auch immer wieder Männer, denen man anmerkt, dass sie sich unwohl fühlen. Dabei sollten Gefühle und Gedanken wie "Ich kann Dich nicht leiden sehen." oder "Ich habe selbst Respekt vor der noch unbekannten Situation und kann dir keine Hilfe sein." respektieren. Solche Gefühle sollten unbedingt vorher besprochen werden und dann kann man zusammen nach einer Alternative suchen. Wie ist es zum Beispiel, wenn die Mama oder die beste Freundin mit in den Kreißsaal kommt? Oder ist es möglich, dass die Mama oder die beste Freundin den werdenden Papa unterstützen? So können sich beide mal eine Pause gönnen! Ganz egal für welche Lösung man sich entscheidet, wichtig ist, dass man darüber spricht und gemeinsam eine Lösung findet!

3. Tipp: Nichts überstürzen – lange zu Hause bleiben

Die wichtigste Regel lautet: Wenn sich die Geburt ankündigt, bitte nicht in Panik oder Unruhe verfallen! Kaum ein Kind kommt direkt nach der ersten Wehe. Wenn die Wehen ganz langsam beginnen, dann kannst Du Dich sogar noch für ein Entspannungsbad in die Badewanne legen. Selbst nach einem Blasensprung, wenn der Kopf des Kindes fest im Becken ist, dann darf die werdende Mami noch aufstehen, duschen und sich dann mit dem eigenen Auto auf den Weg in die Klinik machen. 
Warum kein Grund zur Panik entstehen muss? Ganz einfach, weil sich Frauen zuhause in ihrer eigenen Umgebung wohler fühlen und sich besser entspannen können, was gerade im Hinblick auf eine kräftezehrende Geburt besonders ratsam ist. Ist es nicht schön, wenn man noch eine kurze Runde durch das Viertel macht und sich dann ganz entspannt in die Klinik begibt? 
Es gibt allerdings auch Geburten bei denen ein schneller Transport ins Krankenhaus wichtig ist!
Wenn die Wehen unerträglich werden oder es zu Blutungen kommt, dann muss man sofort in die Klinik. Ist der Blasensprung bereits erfolgt und das Fruchtwasser kommt schwallartig, dann ist das ein Indiz dafür, dass der Kopf des Kindes nicht fest im Becken liegt, in dem Fall solltest Du Dich hinlegen, nicht mehr aufstehen und auch nicht auf die Toilette gehen – wichtig ist dann, dass Du liegend (zum Beispiel mit Hilfe der Feuerwehr) in die Klinik transportiert wirst.

4. Tipp: Kliniktasche ist nicht gleich Kreißsaaltasche

Klar, der Klinikkoffer ist ganz wichtig, wenn es auf die Geburt zugeht – aus diesem Grund sollen Schwangere ihre Tasche am besten schon ab der 34. Woche fertiggepackt zuhause stehen haben. Allerdings gibt es nochmal einen Unterschied zwischen der großen Kliniktasche und den Utensilien für den Kreißsaal, bei denen meist eine kleinere Tasche ausreicht. Am besten lässt man den Klinikkoffer noch im Auto! Für die Zeit im Kreißsaal sind folgende Dinge wichtig:
  • Mutterpass
  • Versichertenkarte
  • Getränke und Snacks nach Wunsch – sowohl für die Schwangere als auch für die Begleitperson
  • ein MP3-Player mit der Lieblingsmusik
  • Öl oder Duftspray für eine angenehme Atmosphäre
  • Wechselsachen für die werdende Mama
  • ein Wechselshirt für den Begleiter/in (Im Kreißsaal ist es warm!)
  • Im Winter: andere Schuhe, die man angenehm im Kreißsaal tragen kann
  • Wenn man mag: eine eigene Decke oder ein Handtuch für das Baby

5. Tipp:  Ambulante Geburt als Alternative – Niemanden vorher informieren – Geschenke für die Hebamme

Und zum Schluss noch drei kleine Ratschläge, die ich häufig meinen Schwangeren mitgebe.

  1. Kommt für Dich/Euch eine ambulante Geburt infrage? Wenn es sowohl der Mutter als auch dem Kind gut geht, dann ist die ambulante Geburt sehr empfehlenswert, denn Du kannst Dich nirgendwo so gut erholen wie in Deinen eigenen vier Wänden. Voraussetzung für eine ambulante Geburt: Du brauchst eine Nachsorgehebamme und einen Kinderarzt. Ebenfalls hilfreich sind Familie und Freunde, die Dich etwas unterstützen.
  2. Informiere weder Familie noch Freunde, ehe Du in die Klinik fährst – so ersparst Du Dir unnötigen Stress und nervige Anrufe und Nachfragen. Der Vorteil: Keiner macht sich Sorgen und Du kannst Deine Liebsten mit der tollen Nachricht überraschen!
  3. Zuletzt noch etwas in eigener Sache: Wir Hebammen freuen uns wahnsinnig über eine kleine Aufmerksamkeit, wenn wir allerdings NUR Pralinen und Schokolade bekommen, dann sind wir irgendwann kugelrund. Nervennahrung in dieser Menge ist gar nicht nötig! Wenn Du Deiner Hebamme ein kleines Geschenk machen möchtest, dann doch lieber etwas Persönliches!


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